Montafon Totale Trail, oder auch Montafon Brutale genannt 😁Mein Race Recap
Ich will Euch hier mal mein Erlebnis des Wochenendes schildern. Mit leicht verzögerter Anreise am Freitag Abend ließen , und ich den Abend beim Italiener beim Carboloading ausklingen. Wir sprachen noch über das Pacing, Strategie, eventuelle Zielzeiten etc.
6Std15 bis 6Std45 können bei Dir drin sein Flo, sagte der Coach.
Nach kurzen 4Std. Schlaf holten wir Samstag 5Uhr30 unsere Startunterlagen und die Goodiebags. Danach ein kleines Frühstück, Toilettengang und 6Uhr40 zum Race Briefing. Kurz darauf um 7Uhr ging es dann los.
🔫PENG!
Ab ging es auf die ersten "flachen" 4,5km bis zum ersten Anstieg. Das flache war dann schneller rum als erwartet, da die Welle im Profil dann doch ne richtige Kante war und die meisten ins hiken über gingen. Fand ich gut, da ich Pulstechnisch schon über dem war, was angedacht war. Es wurde dann nochmal flach auf Asphalt bis es dann in den ersten Anstieg ging.
Natürlich gab es erstmal Stau, gut um den Puls runter zu bekommen. Dauerte dann eine ganze Weile bis es Möglichkeiten gab an dem ein oder anderen vorbei zu gehen um das eigene Tempo hiken zu können. Ich nahm vor dem Start ein Gel und verpflegte mich dann von Anfang alle 40min mit einem Gel bis zum Schluss hin.
Die Trails wurden ein wenig breiter und das Feld lichtete sich langsam. An der ersten VP habe ich nur Wasser aufgefüllt und bin dann direkt weiter. Nicht zu viel Zeit an den VPS vertrödeln hat der Coach gesagt.
Es ging weiter stetig Bergauf mal steil, mal weniger steil mal technisch mal weniger technisch bis zur nächsten VP, wo ich dann das erste mal meine Flask mit dem Kohlenhydratdrink auffüllte. Von denen hatte ich insgesamt drei Stück, die ich jede über einen Zeitraum von zwei Stunden trinken wollte. Noch Wasser aufgefüllt ein paar Datteln mitgenommen und weiter ging es auf einem breiten Weg nach oben.
Habe ein paar Fotos gemacht, aber auch damit wollte ich keine Zeit vertrödeln, deswegen fiel das ganze ziemlich spärlich aus. Es wurde verblockter, steiler und zog sich noch ein ganzes Stück, bis wir die ersten 1800 Höhenmeter absolviert hatten. Es gab sogar einen klitzekleinen scrambling part, deshalb Stücke weg und durch. Wir durften dann über den Wormser Höhenweg, wellig bergab, sehr technisch, schmale tiefe Trails und stufig. Der eine oder andere hatte da echt Probleme wie ich fest stellte. Ich fand es grandios, das ist Trailrunning.
An der nächsten VP wieder nur Wasser und die KH Flask gefüllt und weiter, ich drehte nach 20m um, bin in die Hütte aufs WC, hätte den Downhill so nicht überlebt. Groß befreit ging es in den richtigen Downhill.
Der war einfach nur steil, wurzelig, technisch und blockig, einfach hart. Da im Downhill so mancher struggelt habe ich den ein oder anderen eingesammelt. Nicht zu überziehen war die Aufgabe, da ich im finalen Anstieg nochmal richtig drücken wollte. Wir durften dann noch ein Stück flach laufen, was genau mein Ding ist, nicht.
Bei der letzten VP vor dem Anstieg nochmal auf gefüllt und Red Bull getrunken und ab ging es in den finalen Uphill.
1200hm verteilt auf 7km standen auf dem Menü. Das war wieder ein Brett, technisch und unglaublich steil und stellenweise in der prallen Mittagssonne.
Bin dann kontinuierlich vor mich hin gestapft und habe Läufer für Läufer eingesammelt, allerdings konnte ich nicht mehr so pushen wie angedacht. An der nächsten VP habe ich Cola getrunken, Flaschen gefüllt und weiter. Krass, wie sich die wenigen Kilometer mit diesen vielen Höhenmetern gezogen haben. Mittlerweile war auch klar das ich die prognostizierte Zeit nicht erreichen kann, vom Puls her hätte ich noch Luft gehabt, aber aus den Beinen kam nix mehr raus.
Unter 7Std. wollte ich bleiben, daran habe ich dann auch alles gesetzt und auf die letzten zwei Kilometer noch rausgeholt was ging. Laufen, hiken, laufen, so wie es das Gelände zu ließ. Ich spürte auch deutlichst meine Sprunggelenke und meine Kraft allgemein ließ nach. Die letzten 150m zum Meter Ziel gingen schön bergauf, habe alles gegeben, mein Name wurde aufgerufen und bis ich im Ziel war stand zum Zielfoto bereit. Die Emotionen waren riesig. Ich habe mich unglaublich gefreut das ganze in 6:56:49 geschafft zu haben. Was eine unglaublich, einem alles abverlangende, unfassbar schöne Strecke. Das technischste was ich bisher gelaufen bin. Bin richtig stolz auf mich, da alles geklappt hat. Verpflegung, wenig Zeit an den VPS, minimal Fotostops, kein mentales tief. Einfach richtig gut. 10 Gels mit 45g KH und drei Flasks mit je 90g KH, waren dann 102g/H. Genug getrunken und auch die Salztabletten nicht vergessen. Das einzige was mir ein bisschen zu schaffen gemacht hat, waren die 1600 Tiefenmeter am Stück . Die haben Spuren hinterlassen, die ich jetzt drei Tage danach noch deutlich spüre.
Die ganze Veranstaltung ist großartig organisiert. Überall liebe Menschen, die Helfer, Streckenposten, alleine der Veranstalter ist so eine Granate. Ich werde auf jeden Fall diese Strecke noch mal laufen in 2027, da ich mit diesem letzten Anstieg noch eine kleine Rechnung offen habe.
Was nehme ich mit, außer das ich mit und ein grandioses Wochenende hatte?
Noch Downhillresistenter werden, das flache Laufen wieder forcieren um nicht wieder ab zu kaggen, auf jeden Fall verstärkt am Krafttraining bleiben und die Überflüssigen Pfunde die sich die letzen Wochen angesammelt haben wieder abwerfen.
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17 comments
Florian Kaiser
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Montafon Totale Trail, oder auch Montafon Brutale genannt 😁Mein Race Recap
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vom planlosen Läufer zum strukturierten Athleten. Mit breiter Brust im Trainingsalltag
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