Was Geld mit unserem Unterbewusstsein macht – und warum das kein esoterisches Problem ist
Vor ein paar Jahren las ich ein Buch, das vieles auf den Kopf stellte, was ich bis dahin über Geld zu wissen glaubte: 👉 „Die Zukunft des Geldes“ von Bernard Lietaer, einem ehemaligen Zentralbanker, Währungsexperten und Systemdenker.
Es war kein klassisches Fachbuch. Es war eine Reise – durch Geschichte, Psychologie und Spiritualität.
Und es war die Erkenntnis: Unser Geldsystem ist kein neutrales Instrument. Es ist ein kultureller Code – und er wirkt tief in unser Innerstes hinein.
🔍 Geld ist nicht neutral – es programmiert uns
Unser täglicher Umgang mit Geld – sparen, verdienen, investieren, ausgeben – erscheint oberflächlich rational. Doch darunter wirken tiefere Kräfte: Gefühle wie Angst, Gier, Mangel, Scham oder auch Vertrauen und Großzügigkeit.
Der Schweizer Psychologe Carl Gustav Jung nannte diese inneren Kräfte Archetypen – kollektive Urbilder, die jeder Mensch in sich trägt. Sie wirken unbewusst – aber stark.
Beispiele:
  • Die Große Mutter – Symbol für Fülle, Fürsorge, Leben, Natur
  • Der Herrscher – Symbol für Ordnung, Kontrolle, Struktur
  • Der Krieger – Durchsetzung, Angriff, Wettbewerb
  • Der Magier – Wissen, Wandlung, Intuition
Wird ein Archetyp verdrängt, wirkt er nicht einfach nicht – sondern aus dem Schatten.
Dann wird aus Fülle Mangelangst. Aus Großzügigkeit Besitzgier. Aus Vertrauen Kontrolle.
⚖️ Yin und Yang – zwei Kräfte, ein Gleichgewicht
Aus der fernöstlichen Philosophie kennen wir das Prinzip von Yin und Yang:
  • Yin steht für das weibliche Prinzip: empfangend, zyklisch, verbindend, bewahrend
  • Yang steht für das männliche Prinzip: aktiv, trennend, linear, durchsetzend
Gesunde Systeme bestehen aus beidem. Doch unser heutiges Geldsystem?
👉 Es ist fast ausschließlich Yang: auf Schulden aufgebaut, zinsbasiert, wachstumsabhängig, wettbewerbsorientiert.
💣 Unser Geld entsteht durch Schulden
Was viele nicht wissen: Unser heutiges Geld entsteht nicht durch Werte – sondern durch Schulden.
Wenn eine Bank einen Kredit vergibt, entsteht neues Geld. Gleichzeitig entsteht aber auch eine Schuld – und die muss inklusive Zinsen zurückgezahlt werden.
Das Problem: Das Geld für die Zinsen wird nicht mitgeschaffen. Dadurch entsteht ein ständiger Mangel im System. Wer nicht wächst, verliert.
Die Folge: Ein permanenter Druck, ein kollektives Gefühl von „es reicht nie“. Und: Die Reichen werden reicher, weil sie Zinsen kassieren – die Armen ärmer, weil sie Zinsen zahlen.
📜 Die alten Religionen wussten es besser
Im Alten Testament wurde deshalb das sogenannte Jubeljahr eingeführt:
Alle 50 Jahre sollten Schulden erlassen, Land zurückgegeben und Sklaven freigelassen werden. Warum?
👉 Weil man wusste: Wenn Schulden ewig laufen, zerreißt es die Gesellschaft.
Auch der Islam, das frühe Christentum und der Buddhismus warnten vor Zins und Wucher. Nicht aus Dogma – sondern aus Systemverständnis.
🏺 Früher gab es zwei Geldsysteme – heute nur eines
Bernard Lietaer zeigt: Viele frühe Kulturen hatten zwei Geldarten:
  1. Knappes Geld für Fernhandel – meist Edelmetalle
  2. Vergängliches Geld für den Alltag – z. B. Getreidegutscheine mit Demurrage (Schwundgebühr)
Dieses Yin-Geld verlor mit der Zeit an Wert – dadurch musste es ausgegeben werden. Es förderte reale Investitionen, den Umlauf, die Gemeinschaft.
Nicht Horten. Nicht Spekulation.
Unser heutiges System kennt nur noch das Yang-Prinzip – und das führt zu Ungleichgewicht, zu Dominanz, zu Entfremdung.
🧠 Und jetzt wird’s psychologisch
Wenn du Geld nur noch rational, als „Tauschmittel“ oder „Wertaufbewahrung“ betrachtest, ignorierst du das Entscheidende: 👉 Geld wirkt auf dein Unterbewusstsein.
  • Du hast Geld – aber trotzdem Angst?
  • Du verdienst gut – aber fühlst dich ständig unter Druck?
  • Du redest nicht gern über Geld – aber es bestimmt deinen Alltag?
Dann liegt das nicht an dir. Es liegt am System, in dem du denkst.
Wir leben in einem Geldsystem, das den Archetyp der Großen Mutter verdrängt hat.
Wir haben das weibliche Prinzip aus der Ökonomie entfernt – und wundern uns, warum alles auf Konkurrenz, Kontrolle und Knappheit basiert.
🌍 Lietaers Vision: Komplementär statt Konkurrenz
Bernard Lietaer wollte das System nicht sprengen – sondern ergänzen.
Er schlug vor:
  • Lokale Komplementärwährungen, die auf Vertrauen und Umlauf beruhen
  • Eine globale Yin-Währung namens Terra: gedeckt durch einen Rohstoffkorb, mit Schwundgebühr, inflationssicher
  • Eine Wiederentdeckung von Geld als Werkzeug der Verbindung, nicht der Trennung
✅ Geld ist ein Spiegel – und ein Hebel
Wer Geld nur technisch versteht, ignoriert seinen seelischen Einfluss.
Wer Geld als Angstquelle erlebt, braucht nicht mehr Disziplin – sondern mehr Bewusstsein.
Und wer das System ändern will, muss zuerst die eigenen unbewussten Muster verstehen.
Wir brauchen nicht weniger Geld – wir brauchen anderes Denken über Geld.
Nicht ein neues Konto – sondern ein neues Gleichgewicht zwischen Yin und Yang, zwischen Archetyp und Alltag, zwischen Schulden und Sinn.
Frage an dich:
Wie beeinflusst dein Geld dein Denken – und dein Denken dein Geld?
7
4 comments
Ronny Wagner
7
Was Geld mit unserem Unterbewusstsein macht – und warum das kein esoterisches Problem ist
Goldrichtig investieren ✨
skool.com/goldrichtig-investieren-1391
Sichere dein Vermögen optimal ab, reduziere das Risiko deiner bestehenden Anlagen und mach dich unabhängig von Staat und Banken.
Leaderboard (30-day)
Powered by