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Goldrichtig investieren ✨

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28 contributions to Goldrichtig investieren ✨
Deutschlands Energiepolitik: Moralisch überlegen, strategisch naiv
Wenn ich auf Deutschland blicke und dann auf die Spannungen rund um Iran, frage ich mich ernsthaft, ob wir geopolitische Risiken für ein optionales Downloadable Content (DLC - Zusatzinhalt) halten. So etwas, das man sich später vielleicht dazu kauft. Vielleicht. Wenn es gerade ins Narrativ passt. Ein Konflikt im Nahen Osten ist für Deutschland kein abstraktes Außenpolitikthema. Er ist eine direkte Energiefrage. Und Energie ist in einer Industrienation keine Nebensache. Sie ist die Grundlage von allem. Chemie, Stahl, Mittelstand, Exportmodell. Wenn es in der Straße von Hormus knallt, betrifft das nicht nur Tanker. Es betrifft unsere gesamte Wertschöpfungskette. Und jetzt kommt der bittere Teil: Wir haben uns in den letzten Jahren freiwillig fragiler gemacht. Während andere Länder über Resilienz nachdenken, haben wir moralische Wohlfühlpolitik betrieben. Kernkraftwerke abschalten, gleichzeitig auf Gas setzen, dann überrascht feststellen, dass Gas geopolitisch ist. Energiepolitik als emotionales Statement. Physik als Nebendarsteller. Ich höre ständig das Wort Transformation. Klingt heroisch. In der Praxis heißt es: hohe Strompreise, Abwanderung energieintensiver Industrie und eine strategische Abhängigkeit, die man mit gutem Gewissen kaschiert. Man kann eine Volkswirtschaft nicht mit Symbolpolitik betreiben. Energie ist kein Hashtag. Wenn es zu einer ernsthaften Eskalation zwischen Iran, Israel und den USA kommt, steigen Öl- und Gaspreise nicht ein bisschen. Sie springen. Und ein Land mit ohnehin hohen Energiepreisen bekommt dann nicht ein Problem. Es bekommt mehrere gleichzeitig: Inflation, Wettbewerbsverlust, soziale Spannungen. Was mich fassungslos macht, ist die Selbstgewissheit vieler deutscher Politiker. Man spricht von wertebasierter Außenpolitik, als würden Märkte und Geografie moralische Argumente respektieren. Märkte interessieren sich nicht für Gesinnung. Sie reagieren auf Knappheit und Risiko. Punkt. Deutschland verhält sich wie ein hochverschuldeter Hedgefonds, der glaubt, Volatilität sei ein temporäres Phänomen. Dabei leben wir in einer Welt mit fetten Enden. Extremereignisse sind nicht die Ausnahme, sie dominieren die Bilanz. Und unsere politische Klasse plant, als gäbe es nur Mittelwerte.
Deutschlands Energiepolitik: Moralisch überlegen, strategisch naiv
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Ideologie getriebene Marionetten ohne skin in the game. Was soll dabei schon rauskommen…….🫣
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@Katrin Strasser Leider ist es genau so!😩
Exzellenz beginnt dort, wo das Ergebnis endet
Wir leben in einer Zeit, in der Sichtbarkeit mit Wert verwechselt wird. Wer laut ist, gilt als relevant. Wer wächst, gilt als erfolgreich. Wer gewinnt, gilt als exzellent. Die Stoiker hätten darüber nur müde gelächelt. Für sie war Exzellenz keine Frage des Ergebnisses. Keine Frage der Anerkennung. Nicht einmal eine Frage des Erfolgs. Exzellenz war eine Frage der Tugend. Und Tugend war das Einzige, das wirklich gut ist. Alles andere? Äußerlich. Austauschbar. Zufällig. Der Mensch besitzt, so die stoische Annahme, eine besondere Fähigkeit: Vernunft. Daraus ergibt sich sein Zweck. Ein Messer ist gut, wenn es schneidet. Ein Musiker ist gut, wenn er spielt. Ein Mensch ist gut, wenn er vernünftig und tugendhaft handelt. Exzellenz bedeutet daher, seine Natur bestmöglich zu verwirklichen. Nicht spektakulär. Nicht dramatisch. Sondern konsequent. Die Stoiker sprechen von vier Kardinaltugenden: Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung. Weisheit bedeutet, die Dinge klar zu sehen. Ursachen von Meinungen zu unterscheiden. Nicht jeder Emotion sofort Glauben zu schenken. Gerechtigkeit heißt, richtig zu handeln – auch dann, wenn niemand zuschaut. Kein Opportunismus, keine moralische Flexibilität je nach Vorteil. Tapferkeit ist nicht Abwesenheit von Angst. Sie ist die Entscheidung, trotz Angst das Richtige zu tun. Mäßigung schließlich ist Selbstführung. Wer sich nicht selbst steuern kann, wird von Umständen gesteuert. Exzellenz entsteht dort, wo diese vier Tugenden im Alltag sichtbar werden. Und zwar nicht im Komfort, sondern unter Druck. Solange alles läuft, ist es leicht, integer zu wirken. Solange Geld fließt, ist Großzügigkeit einfach. Solange Zustimmung herrscht, ist Haltung billig. Doch was geschieht bei Kritik? Bei Verlust? Bei Ungerechtigkeit? Bei Unsicherheit? Hier zeigt sich, ob jemand auf Prinzipien gebaut ist oder auf Beifall. Ein stoischer Mensch kann alles verlieren und dennoch exzellent bleiben. Er kann scheitern, öffentlich missverstanden werden oder finanziell zurückfallen. Wenn seine Entscheidungen tugendhaft waren, bleibt seine Exzellenz unberührt.
Exzellenz beginnt dort, wo das Ergebnis endet
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Eine selten zu findende Eigenschaft in diesen Zeiten… Das politische Personal wurde nach anderen Kriterien ausgewählt. 🤨
Stuttgart 21: Ein Bahnhof ohne Skin in the Game
Stuttgart 21 ist kein Bahnhof. Es ist ein Denkmal. Kein Denkmal für Ingenieurskunst, sondern für die ewige Illusion, dass man komplexe Systeme planen kann, ohne persönlich für Fehler zu zahlen. Die Idee entstand Mitte der 90er. Damals war Helmut Kohl Kanzler, das Internet klang noch wie ein Modem und 2,6 Milliarden Euro galten als realistische Kalkulation. 2010 begann der Bau. Fertig sein sollte alles 2019. Inzwischen sprechen selbst Medien davon, dass das Mega-Projekt „wohl erst 2030 vollständig fertiggestellt“ wird – mit einer möglichen Teileröffnung sogar erst 2029. Das berichtet die Bild unter Berufung auf Insider, die von einer erneuten Verschiebung auf 2030 sprechen. Technisch ist das alles lösbar. Ingenieure können Tunnel bauen. Architekten können Bahnhöfe planen. Was sie nicht können, ist politische Anreizsysteme reparieren. Genau dort liegt der Kern des Problems. Wenn ein Unternehmer ein Projekt kalkuliert und sich um den Faktor vier verschätzt, ist er ruiniert. Wenn ein Politiker ein Projekt kalkuliert und sich um den Faktor vier verschätzt, bekommt er ein Interview. Das ist der Unterschied zwischen Markt und Bürokratie. Der eine bestraft Fehler. Der andere verwaltet sie. Man nennt das Moral Hazard. Entscheidungen werden getroffen, während die Konsequenzen sozialisiert werden. Gewinne sind privat, Verluste kollektiv. Oder im Fall von Stuttgart 21: Ruhm ist individuell, Kosten sind steuerlich verteilt. Skin in the Game? Fehlanzeige. Stell dir vor, jeder Entscheidungsträger hätte 20 Prozent seines Privatvermögens als Sicherheit hinterlegen müssen. Bei massiven Kostenüberschreitungen wird es eingezogen. Würden Prognosen dann genauso rosig formuliert? Würden Risiken genauso elegant ignoriert? Wahrscheinlich nicht. Plötzlich wäre „Planungsoptimismus“ kein rhetorisches Accessoire mehr, sondern existenzielles Risiko. Große Projekte sind nicht per se schlecht. Sie sind notwendig. Infrastruktur entsteht nicht aus Bescheidenheit. Aber Größe ohne Haftung erzeugt Hybris. Und Hybris ist in komplexen Systemen ein Brandbeschleuniger.
Stuttgart 21: Ein Bahnhof ohne Skin in the Game
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Leider wahr. Personen ohne fachliche Kompetenz, keine Verantwortung für Fehler,… schlussendlich der Aufgabe nicht gewachsen, dann abberufen und fürstlich abgefunden. Danach darf der Nächste ran, gleiches Spiel und gleiches Ergebnis. Wenn Du für Fehler belohnt wirst, lernst Du nicht aus diesen. Ein Hund wird nicht stubenrein, wenn ich ihn dafür belohne, dass er sein „Geschäft“ im Wohnzimmer erledigt. ( vielleicht nicht ganz passendes Beispiel 😉).
Bitdeer verkauft alles. Komplett. Null Bitcoin.
Der größte börsennotierte Miner mit eigener Hashrate liquidiert seine gesamte Reserve. Produktion verkauft. Bestand verkauft. Bilanz aufgeräumt. Kein Pathos. Kein „Wir glauben weiter“. Nur Kapitalallokation. Und genau hier beginnt die Realität. Was ist Mining überhaupt? Bitcoin-Mining heißt: Spezialisierte Hochleistungsrechner lösen kryptografische Aufgaben. Wer einen Block findet, bekommt neue Bitcoin als Belohnung. Dafür braucht man: - Hallen voller ASIC-Maschinen - Massive Kühlung - Extrem günstigen Strom - Dauerbetrieb 24/7 Geschäftsmodell: Strom rein → Rechenleistung → Bitcoin raus. Seit dem Halving 2024 gibt es nur noch 3,125 BTC pro Block. Gleiche Kosten. Halber Output. Wenn gleichzeitig die Schwierigkeit steigt, schrumpfen Margen. Und Stromanbieter akzeptieren keine Überzeugungen. Warum drehen Miner Richtung KI? Weil dieselbe Infrastruktur woanders plötzlich deutlich mehr verdient. KI-Unternehmen brauchen: - Rechenzentren - Hochleistungs-Chips - Kühlung - Strom Also exakt das, was Mining-Farmen bereits besitzen. Der Unterschied liegt im Umsatz: Ein Megawatt im Mining bringt grob rund 1 Mio. Dollar pro Jahr. Ein Megawatt im KI-Hosting kann 10 bis 20 Mio. bringen. Gleiche Halle. Anderer Kunde. Zehnfacher Ertrag. Miner sind keine Ideologen. Sie sind Energie-Unternehmer. Was bedeutet das für Bitcoin? Kurzfristig: Mehr Verkaufsdruck. Wenn Produzenten verkaufen, steigt das Angebot. In schwachen Marktphasen verstärkt das den Preisrückgang. Keine Panik. Nur Mechanik. Mittelfristig: Bitcoin reguliert sich selbst. Sinkt die Hashrate, passt sich die Difficulty nach unten an. Weniger Konkurrenz. Höhere Profitabilität für die Übriggebliebenen. Das System ist antifragil konstruiert. Langfristig – das Paradox Wenn Miner durch KI stabile Cashflows generieren, müssen sie ihre geschürften Bitcoin nicht sofort verkaufen. Weniger Zwangsverkäufe könnten stabilisieren. Ausgerechnet die „Abkehr“ vom reinen Mining kann Bitcoin robuster machen.
Bitdeer verkauft alles. Komplett. Null Bitcoin.
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Wie in der Natur, wer sich anpasst -überlebt. Spannende Zeiten, die ein ausgeglichenes Ich erfordern.
Die Welt brennt. Wirklich?
Jedes Jahr erklärt uns ein neuer „Index“, wie unsicher die Welt gerade ist. Dieses Mal: der World Uncertainty Index (Weltunsicherheitsindex) der University of Cambridge. Klingt akademisch. Ist es auch. Und trotzdem verrät er mehr über unsere kollektive Nervosität als über echte Risiken. Was misst dieser Index? Er zählt, wie oft in Länderberichten von „Unsicherheit“ die Rede ist. Je häufiger das Wort fällt, desto höher der Index. Kein Bauchgefühl, keine Schlagzeile. Textanalyse auf Basis tausender Wirtschaftsberichte. Nüchtern. Skalierbar. Vergleichbar. Kurz: Er misst nicht das Chaos. Er misst, wie oft wir darüber reden. Die Entwicklung ist lehrreich. 2008 – Finanzkrise: Der Index explodiert. Banken kollabieren. Vertrauen verdampft. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird klar, wie fragil unser System gebaut ist. 2011 – Eurokrise: Wieder hoch. Staaten wanken. Politiker improvisieren. 2016 – Brexit und Trump: Politische Unsicherheit ersetzt ökonomische. 2020 – Pandemie: Historischer Höchststand. Der Index schießt durch die Decke. Lockdowns, Lieferkettenbruch, Notenbank-Experimente. 2022 – Ukrainekrieg, Energiekrise: Erneuter Anstieg. Geopolitik ist zurück. Und diesmal mit Rohstoffen. Wo stehen wir heute? Wir liegen deutlich über dem Durchschnitt der 90er und frühen 2000er. Nicht ganz auf Pandemie-Niveau, aber strukturell erhöht. Die Welt ist nervöser geworden. Permanenter Alarmzustand. Jetzt kommt der unbequeme Teil. Unsicherheit ist kein Ausreißer mehr. Sie ist der Normalzustand. Das Problem ist nicht Unsicherheit. Das Problem ist unsere Illusion von Stabilität. In den 90ern hielten wir Globalisierung für eine Einbahnstraße. Frieden für selbstverständlich. Schulden für folgenlos. Der Index steigt nicht, weil die Welt plötzlich chaotisch wurde. Er steigt, weil unsere Systeme fragiler geworden sind. Mehr Schulden. Komplexere Lieferketten. Zentralisierte Energieversorgung. Abhängigkeit von wenigen Knotenpunkten. Ein einziges Schiff im Suezkanal blockiert den Welthandel. Ein Virus legt Volkswirtschaften lahm. Ein regionaler Krieg treibt globale Inflation.
Die Welt brennt. Wirklich?
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Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit, so ist es. Unsicherheit ist kein Ausnahmezustand, die Frage ist wie gut ich darauf vorbereitet bin und wie ich damit umgehe.
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Sven Stiel
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@sven-stiel-3221
Geschäftsführer

Active 6h ago
Joined Oct 27, 2025
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