2026 ist kein Zukunftsjahr. Es ist eine Abrechnung.
Wir reden seit Jahren über Digitalisierung, KI, Tokenisierung. Meist mit glänzenden Augen, als wäre Fortschritt automatisch gut und schneller immer besser. 2026 wird zeigen, wie naiv diese Annahme war. Nicht, weil Technologie böse ist. Sondern weil Komplexität gnadenlos ehrlich ist. Jedes System wird irgendwann getestet. Nicht in Präsentationen, sondern im echten Leben. Unter Stress. Unter Zeitdruck. Unter Ausfallbedingungen. Und genau dort zeigt sich, ob etwas robust gebaut wurde oder nur effizient aussah. Geschwindigkeit ist kein Wert an sich Die große Erzählung unserer Zeit lautet: schneller, digitaler, vernetzter. Aber niemand stellt die unbequeme Frage: Wozu eigentlich? Wenn Geld in Millisekunden transferiert werden kann, aber der Zugriff jederzeit gesperrt werden darf, ist das kein Fortschritt. Wenn Identitäten digital gebündelt werden, aber ein Systemfehler über Mobilität, Gesundheit oder Zahlungsfähigkeit entscheidet, ist das keine Innovation, sondern ein Machtproblem. Technologie verspricht Bequemlichkeit, liefert aber Abhängigkeit. Und Abhängigkeit ist immer ein Preis, den man erst zahlt, wenn es weh tut. Eigentum existiert nur außerhalb von Erlaubnissen Ein zentraler Irrtum unserer Zeit: Viele glauben, digitales Eigentum sei Eigentum. Ist es nicht. Es ist ein Nutzungsrecht, solange ein System mitspielt. Solange Algorithmen dich akzeptieren. Solange du dich korrekt verhältst. Das gilt für Konten, Wallets, Plattformen, Clouds. Der Zugang ist jederzeit widerrufbar. Nicht aus Bosheit, sondern aus Logik. Ein System, das alles kontrollieren kann, wird es irgendwann auch tun. Nicht geplant. Aber zwangsläufig. Zentralisierung ist bequem. Und tödlich. Je stärker wir Systeme bündeln, desto effizienter wirken sie. Und desto katastrophaler ist ihr Ausfall. Ein einziger technischer Knoten, der versagt, reicht heute aus, um globale Abläufe lahmzulegen. Handel, Kommunikation, Zahlung, Logistik. Das ist kein Ausnahmefall, sondern die direkte Folge von Kostendenken und Machtkonzentration.