Die Frage aus dem letzten Beitrag ließ mich nicht los.
Wenn KI Wissensarbeit übernehmen kann – warum sollte sie dann nicht auch dabei helfen, KI-Systeme zu entwickeln?
Eine Theorie hatte ich nicht.
Also machte ich das Naheliegendste: Ich probierte es aus.
Am Anfang war das fast spielerisch.
ChatGPT sollte einen Prompt verbessern, den ich selbst geschrieben hatte. Danach einen völlig neuen entwerfen. Anschließend beide vergleichen und begründen, warum einer besser war als der andere.
Die Ergebnisse waren alles andere als perfekt.
Aber sie reichten aus, um weiterzugehen.
Aus einem Prompt wurden mehrere.
Aus mehreren entstand ein kleiner Workflow.
Plötzlich schrieb ich nicht mehr jede Anweisung selbst.
Stattdessen entwarf ich Prozesse, in denen das Modell an seiner eigenen Arbeitsweise mitwirkte.
Irgendwann lehnte ich mich zurück und dachte:
Das ist eigentlich verrückt.
KI erledigte nicht mehr nur Aufgaben.
Sie half dabei, die Entwicklung von KI-Systemen selbst zu verändern.
Ideen, für die früher ein halber Tag nötig war, entstanden manchmal in wenigen Minuten.
Manche landeten direkt im Papierkorb.
Andere entwickelten sich weiter.
Nicht, weil das Modell plötzlich intelligenter geworden wäre.
Sondern weil sich meine Arbeitsweise verändert hatte.
Lange fühlte sich das wie ein Vorsprung an.
Bis mir auffiel, was dabei ganz nebenbei passierte.
Mit jedem neuen Anwendungsfall wurden die Prompts länger.
Hier ein zusätzlicher Hinweis.
Dort eine Ausnahme.
Später noch eine weitere Regel.
Nichts davon wirkte problematisch.
Jede Ergänzung war nachvollziehbar.
Bis ich eines Tages einen Prompt öffnete und mich fragte:
Seit wann sieht das eigentlich wie Software aus?
Mit dieser Frage begann der nächste Abschnitt meiner Reise.