Liebe Community, in den vergangenen Wochen geht mir ein Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, und ich erzähle viel in Seminaren und Vorträgen darüber. Ich würde gerne mal eure Meinung dazu hören. Ich beschreibe gerne die drei Phasen der KI, die wir in den letzten vier Jahren durchgemacht haben. Phase 1 - Das große Staunen. ChatGPT erblickt das Licht der Welt, und wir gucken wie gebannt auf diesen Chatbot, mit großen Augen und können uns kaum vorstellen, dass das eine Maschine ist. Phase 2 - Das große Spiel Die KI Bubble formt und entwickelt sich und beginnt, mit dieser Technologie zu spielen und sie zu erforschen. Wir bauen Workflows, wir bauen Agenten, wir nutzen Chatbots und deren Funktionalitäten und entdecken die große Welt der KI-Tools wie kleine Kinder, die zum ersten Mal einen großen Lego-Kasten in der Hand haben. Phase 3 - ? KI wird zur Infrastruktur wie "Strom aus der Steckdose". Wir beginenn echte Produkte zu entwickeln, die auf dieser Infrastruktur aufsetzen und die wirkliche Probleme lösen. Aus meiner Sicht sind wir genau am Übergang von Phase 2 zu Phase 3. Wie ihr schon gelesen habt, vergleiche ich das gerne mit Strom. Die KI-Bubble erklärt heute gerne, wie "Strom" funktioniert, warum wir "drei Phasen" brauchen, warum wir "230 V" haben, warum wir "50 Hz" haben und warum es gefährlich ist, mit dem Finger dran zu fassen. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl, dass außerhalb unserer KI-Bubble niemand dieses Wissen benötigt. Er braucht die "Mikrowelle", die das "Essen warm macht," und niemanden, der ihm erklärt, wie Strom funktioniert. Ich habe mich die Tage selbst dabei erwischt. In den vergangenen drei Monaten haben wir ein Produkt entwickelt, das den Vertrieb massiv bei der Akquise von neuen Kunden unterstützt. Als ich das zweite oder dritte Mal das Produkt einem potenziellen Kunden vorgestellt habe, ist mir aufgefallen, dass auf den Folien zu dem Produkt nicht einmal das Wort „KI“ steht. Ich habe das Gefühl, der Begriff KI, AI oder Künstliche Intelligenz öffnet Türen den Köpfen von Menschen, aber am Ende spielt es überhaupt keine Rolle, ob diese Tools KI-basiert sind oder regelbasierte Software. Die Frage ist doch nur: Welches Problem lösen sie?