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30 Interviews später...
In den letzten Wochen habe ich mit insgesamt 30 IT-Freelancern und IT-Experten über ihren Werdegang, ihre Ziele und ihre größten Herausforderungen gesprochen. Einige Muster haben sich dabei sehr deutlich gezeigt: - Die meisten sind wegen der finanziellen Freiheit und Selbstbestimmung in die Selbstständigkeit gegangen. - Lernen und persönliche Weiterentwicklung spielen für viele eine zentrale Rolle. - Ein starkes Netzwerk wird von den meisten als sehr wichtig angesehen. - Viele legen Wert darauf, auf Augenhöhe mit Kunden und Projektteams zusammenzuarbeiten. - Themen wie Buchhaltung, Marketing, Positionierung und rechtliche Fragen beschäftigen viele deutlich mehr als die eigentliche fachliche Arbeit. - Einige möchten langfristig aus dem klassischen Modell „Zeit gegen Geld“ ausbrechen, während andere bewusst dabei bleiben möchten. - Die aktuelle Marktlage wird von vielen als herausfordernd wahrgenommen. Besonders interessant fand ich, dass viele zwar die finanziellen Möglichkeiten der Selbstständigkeit schätzen, Geld aber nur selten als Hauptmotivation genannt wurde. Deutlich häufiger wurden Spaß an der Arbeit, persönliche Weiterentwicklung, Freiheit, interessante Projekte und der Wunsch genannt, mit der eigenen Arbeit einen echten Mehrwert zu schaffen. Das höhere Einkommen wurde oft eher als positiver Nebeneffekt angesehen. Mich würde interessieren: Hättet ihr ähnliche Ergebnisse erwartet? Gibt es einen Punkt, der euch überrascht? Oder eine Erkenntnis, die ihr vielleicht selbst ganz anders eingeschätzt hättet?
Lernbereitschaft vs. Erfahrung
Ich höre immer wieder den Rat, sich auch auf Projekte zu bewerben, wenn man nicht jede einzelne geforderte Technologie beherrscht. Die Begründung: Wer zeigt, dass er motiviert ist und sich fehlende Kenntnisse schnell aneignen kann, wird oft positiv wahrgenommen. Schließlich geht es in vielen Projekten nicht nur um einzelne Technologien, sondern auch um Problemlösungskompetenz, Erfahrung und die Fähigkeit, sich in neue Themen einzuarbeiten. Gleichzeitig habe ich in Gesprächen mit Freelancern auch die gegenteilige Einschätzung gehört. In der Praxis scheint es häufig so zu sein, dass Kandidaten, die bereits alle geforderten Technologien mitbringen, dennoch bessere Chancen haben. Lernbereitschaft wird zwar geschätzt, ersetzt aber nicht immer die fehlende Projekterfahrung oder das fehlende Fachwissen. Deshalb würde mich eure Erfahrung interessieren: Habt ihr schon einmal ein Projekt erhalten, obwohl euch zu Beginn bestimmte Technologien oder Kenntnisse gefehlt haben? Oder habt ihr die Erfahrung gemacht, dass fehlende Skills – selbst bei hoher Lernbereitschaft – in der Praxis meist ein klarer Nachteil sind?
IT-Projekte verstehen
Je mehr ich mich mit der IT-Branche beschäftige, desto häufiger lese ich von denselben Herausforderungen bei IT-Projekten: - Oft ist nicht klar, wer die Verantwortung für das Projekt trägt. - Viele Unternehmen sehen solche Projekte als reine IT-Aufgabe, obwohl größere Veränderungen offenbar auch von der Geschäftsführung unterstützt werden müssen. - Häufig wird die Technik als größtes Problem angesehen. In vielen Erfahrungsberichten geht es aber eher um Kommunikation, Zusammenarbeit und Projektmanagement. Das hat mich überrascht, weil ich anfangs dachte, dass vor allem die technische Umsetzung die größte Herausforderung ist. Welche typischen Fehler oder Herausforderungen erlebt ihr in IT-Projekten immer wieder?
Häufiger Fehler bei der Projektaquise
Ich habe in letzter Zeit öfter mitbekommen, dass viele IT Freelancer Probleme bei der Projektakquise haben und deshalb die komplette Leadgenerierung an Agenturen abgeben. Dabei wird aber oft auch die Verantwortung für neue Projekte vollständig ausgelagert, obwohl viele Agenturen gar nicht wirklich auf die eigene Nische oder Zielgruppe spezialisiert sind. Am Ende entstehen dadurch häufig hohe Kosten und nur wenige passende Leads. Was bei vielen deutlich besser funktioniert, ist weiterhin selbst aktiv zu bleiben, also gezielt auf Projektangebote zu reagieren, Recruiter zu kontaktieren und die eigene Akquise nicht komplett abzugeben. Agenturen können unterstützen, sollten aber eher ergänzend genutzt werden und nur dann, wenn echte Ergebnisse und Referenzen nachweisbar sind. Wie seht ihr das aktuell? Macht ihr eure Akquise selbst oder arbeitet ihr mit externen Agenturen zusammen?
Entsteht in der IT gerade ein neuer Markt?
Ich arbeite seit Jahren im IT-Infrastruktur-Bereich und sehe aktuell immer mehr Leute, die mit Tools wie Cursor oder Bolt eigene Apps bauen. Was oft auffällt: Der Einstieg ist extrem leicht geworden, aber Themen wie Stabilität, Sicherheit und saubere Architektur bleiben häufig auf der Strecke. Genau da sehe ich eine spannende Lücke: Zwischen „App gebaut“ und „App wirklich nutzbar“. Seht ihr hier auch einen wachsenden Bedarf – und wenn ja, eher für Services, Tools oder Beratung?
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