Während westliche Notenbanken über „weiche Landungen“ und Zinsspielereien palavern, stapeln die Schwellenländer tonnenweise Gold in ihre Tresore. Türkei, China, Indien, Kasachstan – sie kaufen nicht aus Nostalgie, sondern aus nacktem Misstrauen gegenüber dem Dollar-System.
Wir reden hier nicht von ein paar Kilo für die Vitrine, sondern von hunderten Tonnen, die im Hintergrund abgezogen werden. Allein im ersten Quartal 2025 kauften die Zentralbanken 244 Tonnen Gold netto – rund 24 % über dem Fünfjahresdurchschnitt. Für das Gesamtjahr werden wieder nahezu 1.000 Tonnen erwartet, ähnlich wie im Rekordjahr 2024.
Die Umfragen des World Gold Council sprechen eine klare Sprache: 95 % der Notenbanken erwarten steigende Goldreserven weltweit, und 43 % planen sogar, ihre eigenen Bestände auszubauen. Das ist keine Mode – das ist eine systematische Flucht.
Indien etwa hat im Juni fast eine halbe Tonne zugekauft und damit den Goldanteil seiner Währungsreserven in nur einem Jahr von 8,9 % auf 12,1 % gesteigert. In Afrika wiederum lagert Ghana inzwischen ein Drittel seiner gesamten Reserven in Gold – und zeigt damit, wie ernst man den Vertrauensverlust gegenüber Papierwährungen nimmt.
Offiziell heißt es: „Diversifikation.“ In Wahrheit: Rettungsboot. Ein Schutzschild gegen ein Finanzsystem, das auf Schulden, Versprechen und politischen Launen basiert.
Ich frage mich: Wenn ausgerechnet jene Zentralbanken, die jahrzehntelang brav den Dollar geschluckt haben, jetzt lieber Barren horten – was sagt das über den Zustand des Systems?
Vielleicht steht der nächste Goldrausch nicht an den Börsen bevor, sondern tief im Inneren der Tresore. Und diesmal graben nicht die Glücksritter von Klondike, sondern die Hüter der Währungen selbst.
Und du? Wartest du noch auf den Rat deines Bankberaters – oder baust du schon an deinem eigenen Schutzschild?