Mehr arbeiten. Weniger Rente. Und das Ganze mit einem Lächeln verkauft. Wer solche Vorschläge macht, hat entweder keine Ahnung – oder zu viel Pension im Nacken.
Frau Reiche, Staatssekretärin mit garantiert üppiger Altersversorgung, erklärt der arbeitenden Bevölkerung, dass sie doch bitte noch ein bisschen länger malochen soll. Schließlich werde man ja älter. Logisch. Und weil man älter wird, soll man gefälligst länger ins Hamsterrad. Klar.
Aber hier kommt der Haken:
Wer solche Forderungen stellt, ohne selbst Skin in the Game zu haben, ist nichts weiter als ein Akteur auf der Bühne eines bröckelnden Systems. Die eigene Altersvorsorge ist durch das Beamtensystem fein abgesichert – unkündbar, unantastbar, unverschämt. Und genau von dort aus werden jene Menschen belehrt, deren Rentenansprüche mit jedem Jahr real sinken, deren Kaufkraft erodiert und deren Lebensleistung mit Almosen abgegolten wird.
Das ist keine Politik.
Das ist eine Simulation von Verantwortung.
Mit großen Worten über dem Abgrund.
Statt das Rentensystem ehrlich zu reformieren – z. B. durch Einbindung aller Berufsgruppen, Stärkung echter Eigentumsbildung, Auflösung von Generationenungerechtigkeit – betreibt man Symbolpolitik auf dem Rücken derjenigen, die das System überhaupt noch am Laufen halten.
Ein Hinweis an Frau Reiche und alle Applaudierer im Bundestag:
Wer von anderen mehr verlangt, muss bereit sein, selbst zu verzichten.
Sonst ist das nur eine Umverteilung von unten nach oben – mit freundlichem Gruß aus der Beamtenlounge.
Der Elefant im Raum?
Das Rentensystem ist längst insolvent. Aber statt es zuzugeben, redet man vom “Vertrauen in die Zukunft”.
Ich nenne das: Vertrauen in die Vergesslichkeit der Massen.
Wer die Rente retten will, muss die Wahrheit sagen.
Und sie selbst tragen können.
Oder wie Taleb sagen würde:
Wer keine Konsequenzen für sein eigenes Handeln spürt, sollte besser schweigen. Oder besser: abtreten.