Der S&P 500 bringt dieses Jahr rund neun Prozent Rendite. Bravo. Doch bevor du dir Champagner einschenkst, holt sich der Staat seinen Anteil: knapp 26,4 Prozent Abgeltungssteuer plus Soli. Unterm Strich bleiben von neun Prozent gerade einmal 6,6 Prozent übrig. Und wehe, du brauchst das Geld in einer Marktphase, in der Kurse fallen – dann zahlst du brav Steuern auf alte Gewinne, während neue Verluste dein Depot auffressen. Willkommen im Hamsterrad.
Und jetzt Gold. Dieses „unproduktive“ Metall, das angeblich keine Rendite abwirft. In Wahrheit: fünfzehn bis dreißig Prozent Plus allein in diesem Jahr – und das steuerfrei, wenn du es ein Jahr hältst. Netto ist brutto. Keine Abgaben, keine Paragraphen, kein stiller Teilhaber Staat.
Über zwanzig Jahre wird das grotesk:
– S&P 500: brutto +421 %, nach Steuern bestenfalls +300 %.
– Gold: +616 % – und jeder Cent davon gehört dir.
Die Pointe? Das System belohnt nicht den „braven“ Anleger, der diversifiziert, ETFs spart und an den Märchen vom ewigen Wachstum glaubt. Es belohnt den misstrauischen Außenseiter, der Wert auf Sicherheit legt.
Vielleicht ist die eigentliche Lektion: Wer innerhalb des Systems diversifiziert, bleibt trotzdem im System gefangen. Wer außerhalb denkt, wird nicht nur antifragil – er behält auch seine Gewinne.
Die Frage ist nicht mehr: „Soll ich Gold haben?“
Die Frage ist: „Wie viel meiner Freiheit verkaufe ich jedes Jahr an den Fiskus – nur um brav im Spiel zu bleiben?“