Die Musik ist aus. Das Buffet leer. Und der Gastgeber – die Fed – kauft heimlich die eigenen Schuldscheine zurück. Kiyosaki schreit „Hyperinflation“, während die US-Staatsanleihen bei Investoren auf Ablehnung stoßen wie kalter Kaffee am Morgen danach.
Was passiert, wenn keiner mehr kommt zur Auktion? Wenn niemand mehr das Papier will, auf dem „In God We Trust“ steht – aber keiner mehr an Gott (oder den Dollar) glaubt?
Renditen steigen. Vertrauen sinkt. Und der Goldpreis? Er spielt nicht Lotto, er reagiert auf Mathematik. Keine Verschwörung. Kein Zufall. Eine einfache Gleichung: Wenn Schulden steigen, Vertrauen sinkt und Geld gedruckt wird – fließt Kapital in das, was nicht beliebig vermehrbar ist.
Kiyosakis Zahl von 25.000 Dollar ist laut, überzogen, plakativ – aber in ihrer Radikalität stellt sie eine richtige Frage: Was passiert mit einer Währung, wenn selbst ihre Schöpfer nicht mehr an sie glauben?
Es geht nicht um den exakten Kurs. Es geht um das System dahinter. Die Frage lautet nicht „Steigt Gold?“ – sondern: „Warum misstraut der Markt dem Dollar immer stärker?“
Die Antwort liegt nicht bei Kiyosaki. Sondern im Schweigen der Käufer bei der letzten Auktion. Wer das verstanden hat, rechnet nicht in Dollar. Sondern in Zeit, Vertrauen – und Unabhängigkeit.