Es ist eine Forderung gegen einen überdehnten Staat.
Während du dich über einen „starken Dollar“ oder einen „stabilen Franken“ freust, passiert im Hintergrund etwas Peinliches: Diese Währungen verlieren brutal an Kaufkraft – gemessen in etwas, das nicht beliebig vermehrbar ist.
Gold.
Die Zahlen für 2024/2025 sprechen eine Sprache, die keine Zentralbank schönreden kann:
- US-Dollar: –92,8 %
- Schweizer Franken: –81,0 %
- Euro: –80,8 %
Das ist kein zyklisches Rauschen. Das ist ein strukturelles Eingeständnis: Fiat ist fragil.
Und bevor jetzt jemand sagt, Gold „steigt“: Nein.
Gold misst. Währungen fallen.
Ein Blick auf die Performance der letzten Jahre reicht. 2024 und 2025 zeigen zweistellige Zuwächse gegenüber praktisch allen Weltwährungen. Dollar, Euro, Yen, Pfund – sie verlieren synchron. Das ist kein lokales Problem. Das ist ein systemisches.
Warum?
Weil Staaten nicht sparen.
Sie rollen Schulden.
Und wenn Schulden mathematisch nicht tragfähig sind, wird die Währung geopfert.
Das ist keine Verschwörung. Das ist Arithmetik.
Historisch gibt es drei Wege aus exzessiver Verschuldung:
- Harte Austerität – politischer Selbstmord.
- Offene Restrukturierung – Vertrauensschock.
- Inflation – der elegante Diebstahl.
Rate, was Demokratien bevorzugen.
Wir stehen vor einer Phase, in der 10 % Inflation nicht Ausnahme, sondern Werkzeug sein könnten. Reflationierung als Schuldenentwertung. Funktioniert hervorragend – wenn man Nominalwerte mit realem Vermögen verwechselt.
Ich erinnere mich an einen Unternehmer, der 2021 stolz auf sein „Cash-Polster“ war. Drei Jahre später hat er nominell noch immer viel Geld. Real kann er sich deutlich weniger dafür kaufen. Er fühlt sich reich, verhält sich reich – und wird schleichend enteignet.
Das ist die wahre Volatilität: schleichender Kaufkraftverlust.
Gold ist dabei kein Investment im klassischen Sinn. Es produziert nichts. Es verspricht nichts. Es ist antifragil gegenüber monetärer Hybris. Es überlebt Fehlanreize.
Wenn alle Währungen gleichzeitig gegen Gold verlieren, ist das kein Gold-Bullenmarkt.
Es ist ein Vertrauens-Bärenmarkt gegen Staaten.
Die spannende Frage ist nicht, wie hoch Gold steigt.
Sondern wie viel Vertrauen Fiat noch verdient.