18d (edited) • EM im Alltag
Stehen wir am Beginn einer zweiten Achsenzeit?
Ich bin über diesen Artikel vom renommierten Professor Otto Scharmer gestoßen und wollte ihn mit euch teilen, weil immer wieder vom neuen Wassermannzeitalter gesprochen hat: https://www.noemamag.com/we-may-be-entering-a-second-axial-age/
Das ist die deutsche Zusammenfassung, die ChatGPT ausgespuckt hat:
Der Artikel „We May Be Entering A Second Axial Age“ von Otto Scharmer argumentiert, dass die Menschheit möglicherweise an einem historischen Wendepunkt steht, vergleichbar mit der sogenannten „Achsenzeit“ vor etwa 2500 Jahren.
Damals entstanden in verschiedenen Kulturen nahezu gleichzeitig große spirituelle und philosophische Traditionen — etwa durch Konfuzius, Sokrates oder Buddha. Menschen begannen erstmals, sich intensiv mit innerem Bewusstsein, Ethik und dem Sinn des Lebens auseinanderzusetzen. Der Philosoph Karl Jaspers nannte diese Epoche die „Achsenzeit“.
Scharmer meint nun, dass wir heute erneut vor einer ähnlich tiefgreifenden Transformation stehen. Auslöser seien globale Krisen wie:
  • Klimawandel
  • gesellschaftliche Polarisierung
  • Einsamkeit und Verlust sozialer Bindungen
  • Kriege und Migration
  • sowie vor allem die rasante Entwicklung von KI.
Sein zentrales Bild ist das des „sozialen Bodens“ („social soil“). So wie ausgelaugte Erde keine gesunden Pflanzen hervorbringt, könne auch eine Gesellschaft nicht funktionieren, wenn Vertrauen, gemeinsame Realität und echte menschliche Verbindung zerbrechen. Er beschreibt drei Symptome:
  • Anomie → Verlust gemeinsamer Werte und moralischer Orientierung
  • Atomie → soziale Vereinzelung und Echo-Kammern
  • Atrophie → Verkümmerung menschlicher Fähigkeiten wie tiefes Denken, Dialog und Mitgefühl.
KI sieht er dabei ambivalent. Einerseits sei sie mächtig, andererseits verstärke sie eine „epistemische Monokultur“ — also eine einseitige Form des Wissens, die alles nur noch als Daten und Objekte betrachtet. Dadurch drohe eine Entfremdung vom lebendigen menschlichen Erleben.
Er unterscheidet deshalb drei Formen von Intelligenz:
  1. Künstliche IntelligenzMustererkennung, datenbasiertes Denken.
  2. Organische IntelligenzMenschliche Wahrnehmung, Beziehung, Empathie.
  3. Source-/Field-IntelligenceEine tiefere kollektive Bewusstseinsform, in der Menschen gemeinsam Sinn und Verbundenheit erfahren.
Die eigentliche These lautet:
Die erste Achsenzeit entwickelte das individuelle Innenleben des Menschen. Die mögliche „zweite Achsenzeit“ müsse nun kollektives Bewusstsein entwickeln — also neue Formen des gemeinsamen Wahrnehmens, Denkens und Handelns auf planetarer Ebene.
Dafür fordert Scharmer neue Institutionen:
  • Bildungssysteme, die nicht nur Wissen vermitteln, sondern Bewusstsein fördern
  • Medien, die Dialog statt Empörung erzeugen
  • demokratische Prozesse wie Bürger:innenräte
  • neue Regeln für KI und Datensouveränität
  • regenerative Wirtschaftsformen statt rein extraktiver Systeme.
Interessant ist auch sein unterschwelliger Gegenangriff auf den derzeitigen KI-Hype:
Er behauptet, dass wir Milliarden in Technologie investieren, aber fast nichts in die Entwicklung menschlicher Reife, Beziehungskompetenz und kollektiver Weisheit. Dadurch entstehe eine gefährliche Schieflage.
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1 comment
Ying Joe
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Stehen wir am Beginn einer zweiten Achsenzeit?
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