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Kapitel 5 Die Methode wird vorbereitet
Kapitel 5 Die Sätze, die wir nie hinterfragt haben „Ich bin nicht gut genug“ – und andere Gewissheiten Es gibt Sätze, die begleiten uns ein Leben lang. Sie stehen nicht auf Papier. Sie hängen nicht an der Wand. Und doch wirken sie wie Gesetze. „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich bin zuviel.“ „Ich bin nicht wichtig.“ "Ich bin ein Versager!" „Ich muss perfekt sein.“ „Ich werde sowieso verlassen.“ Diese Sätze entstehen selten bewusst. Sie entstehen in Momenten, in denen wir klein sind. In Momenten, in denen jemand mit Autorität spricht. In Momenten, in denen ein Gefühl stärker ist als jedes Argument. Ein Blick. Eine Enttäuschung. Ein Satz. Und etwas in uns entscheidet: So bin ich. Wenn ein Satz zur Identität wird Als mein Vater mir sagte: „Damit wirst du nie Geld verdienen. Du bist nicht gut genug.“ war das für ihn vielleicht nur eine Einschätzung. Für mich war es ein Urteil. Nicht über meine Zeichnung. Über mich. Ich habe nicht geprüft. Ich habe nicht widersprochen. Ich habe geglaubt. Und aus seinem Satz wurde mein Satz. Ich bin nicht gut genug. Warum wir diese Sätze nicht hinterfragen Diese inneren Sätze wirken so stark, weil sie sich nicht wie Gedanken anfühlen. Sie fühlen sich wie Realität an. Wenn ein Mensch glaubt, nicht gut genug zu sein, dann interpretiert er die Welt entsprechend. Ein kritischer Blick bestätigt es. Ein Rückschlag bestätigt es. Ein Vergleich bestätigt es. So entsteht ein geschlossener Kreis. Nicht weil die Welt eindeutig ist, sondern weil die Deutung eindeutig geworden ist. Der Moment der Unterbrechung Viele Jahre später begann ich zu verstehen: Nicht jeder Satz, den ich über mich denke, ist wahr. Er kann vertraut sein. Er kann logisch erscheinen. Er kann sich absolut anfühlen. Und dennoch kann er falsch sein. Doch um das herauszufinden, braucht es eine Unterbrechung. Eine einfache Frage. Stimmt das wirklich? Der Gewissheitskreislauf REIZ ↓ Unbewusste Bewertung (Amygdala – Mustervergleich) ↓ Körperreaktion (Herzschlag, Spannung, Aktivierung)
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Willkommen Günther!
Ich freue mich sehr, dass du zu uns gefunden hast. Schau dich, um, fühle dich wohl und sei zuhause!
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Und das Kapitel 4 geht in die Tiefe
Kapitel 4 Die Frage, die nicht mehr verschwindet Nach dem Frühstückstisch gab es viele Gespräche. Viele Diskussionen. Viele innere Urteile. Ich wurde älter. Selbstbewusster. Argumentationsstärker. Und doch bemerkte ich etwas Merkwürdiges: In hitzigen Momenten war ich nicht neugierig. Ich war sicher. Sicher, was gemeint war. Sicher, was falsch war. Sicher, was gerecht war. Und Sicherheit fühlt sich gut an. Sie gibt Halt. Sie beendet Zweifel. Sie macht klar. Doch irgendwann begann eine Frage sich einzumischen. Nicht laut. Nicht dramatisch. Nur leise. Stimmt das wirklich? Am Anfang war es irritierend. Ich wollte Recht behalten. Die Frage wollte prüfen. Ich wollte argumentieren. Die Frage wollte innehalten. Ich wollte erklären, warum ich richtig lag. Die Frage wollte wissen, ob ich sicher war – oder nur überzeugt. Es war keine philosophische Übung. Kein Ritual. Keine Technik. Es war ein Störimpuls. Mitten in einem Gedanken. Mitten in einer Empörung. Mitten in einer moralischen Gewissheit. Stimmt das wirklich? Manchmal veränderte die Frage nichts. Manchmal blieb ich bei meiner Überzeugung. Aber manchmal entstand ein Riss. Ein kleiner Spalt zwischen Gefühl und Fakt. Zwischen Reaktion und Realität. Und genau in diesem Spalt begann etwas Neues. Nicht Selbstoptimierung. Nicht Selbstkritik. Sondern Selbstprüfung. Mir wurde klar: Die Frage ist nicht bequem. Sie ist unbequem. Sie nimmt mir das schnelle Urteil. Sie nimmt mir das sichere Gefühl. Sie nimmt mir die moralische Überlegenheit. Und sie gibt mir etwas anderes: Raum. Ich begann zu sehen: Wie oft ich interpretiere. Wie oft ich ergänze. Wie oft ich Bedeutungen erfinde. Nicht absichtlich. Sondern automatisch. Und jedes Mal, wenn ich die Frage stellte, veränderte sich nicht sofort die Situation. Aber ich veränderte mich ein wenig. Nicht, weil ich schwächer wurde. Sondern weil meine Gewissheit leiser wurde. Diese Frage ist kein Werkzeugkasten. Kein System. Kein Rezept. Sie ist eine Unterbrechung. Und vielleicht ist Unterbrechung der Anfang von Reife.
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Ich muss es ihr recht machen
Meine Überlebensstrategie (ÜLS), war im unbewussten Zustand gnadenlos in ihrer Ausführung. Ich gehörte zu den Menschen, die Freunde "fallen" ließen sobald sie in einer neuen Beziehung waren. Nicht weil ich ein schlechter Mensch war, sondern weil die Bewusstheit über meine Mechanik fehlte. Zumindest wollte ich es dieses mal anders machen. Ganz habe ich es tatsächlich nicht geschafft. Subtil veränderte sich etwas in der Verbindung zu Jürgen und Karin (meine kleine Familie - wie Karin mir gestern in einer Sprachnachricht mitteilte). Ich meldete mich seltener und die Gespräche wurden oberflächlicher. In meiner Welt schien "alles in Ordnung". Ich kreierte eine Distanz, die nie beabsichtigt war. Ich machte es meiner Partnerin recht, obwohl sie das nie von mir verlangte. Gar nichts davon wusste. Die ÜLS ist immer eine Ego-Aktion. Ich mache es mir immer recht, um meine Urwunde nicht zu spüren oder berühren zu lassen. Warum ich das in diesem Fall tat, warum mich die ÜLS hier schützen wollte ist mir tatsächlich noch nicht klar. Vielleicht aus dem Muster heraus, "alle Zeit der Welt" ihr zu schenken und es ihr so recht zu machen. Ich bin traurig und gleichzeitig sehr froh, dass Jürgen es radikal benannt hat, es nun auf dem Tisch ist und ich den Kurs bewusst korrigieren kann. Danke Jürgen. Danke Karin.
Ich muss es ihr recht machen
Ich war abhängig und bedürftig
in Beziehungen. Ohne viel über "Beziehungstypen" zu wissen, erfahre ich aktuell in meiner Beziehung, wie stark mich die Erkenntnisse durch das Essenz-Modell zu meinem wahren Selbst "geführt" haben. Loslassen, war früher für mich, auch aufgrund meiner Überlebensstrategie "Ich muss es allen recht machen." fast unmöglich. Heute stehe ich da, schaue bewusst, was passiert. Setze Grenzen, kommuniziere klar und in mir ist die Gewissheit, ich kann jederzeit gehen. Ich fühle mich frei und im Frieden. Aber die Mechanik läuft weiter und ich muss nur einen Moment unbewusst sein, schwupp bin ich wieder der unsichere Versager. Aber oft nur noch ganz kurz. Was länger dauert, ist der Weg aus dem materiellen Mangel. Ich lasse der Illusion ein Versager zu sein unbewusst noch zu viel Raum bzw. ging ich unbewusst davon aus, dass sich der Bereich auch "wie von selbst" verändern wird, wie viele andere Bereiche meines Wesens und Lebens nach den tiefen Erkenntnissen durch das Essenz-Modell. Das wird sich nun ändern. Ich bin an einem Wendepunkt angelangt und habe verstanden, dass es für eine Veränderung dieses Levels nicht ausreicht von der Mechanik zu wissen und das Essenz-Modell im Alltag zu leben. Das ist ein Bereich, in dem ich nicht wie automatisch in die Veränderung geführt werde, hier muss ich die Veränderung "erzwingen". Ich freue mich darauf und gleichzeitig hat der "kleine Ljubomir" etwas Angst zu versagen. Umarmen und weiter gehen.
Ich war abhängig und bedürftig
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Der Schlüssel zum Erwachen!
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Die Suche nach der eigenen Lebensaufgabe wird immer wichtiger. Bei uns findest du sie! In liebevoller Gemeinschaft mit erwachten Menschen.
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