Wir schauen alles durch unsere eigene Brille und halten das, was wir sehen, für die Wahrheit. Dabei ist es unser System, das überleben will und diese Matrix nicht durchbrechen möchte. Das zu erkennen braucht immer wieder klare, radikale Konfrontation. Das heißt: durch den Schmerz zu gehen, im Sinne eines dunklen Tunnels.
Dieser Tunnel macht Angst, und genau das ist der Moment, in dem man flüchten möchte. Die Brille wieder aufzusetzen und das Licht weiter zu vermeiden, ist einfacher.
Aber ist es wirklich so?
Unser System gaukelt uns etwas vor, und unsere Prägungen haben wir schon von klein auf geübt. Wie Seiltänzer haben wir keine Angst mehr vor dem Seil, dafür aber vor dem Fall.
Der Fall ist der Tunnel.
Im Märchen von Frau Holle geht Marie durch den Tunnel und betritt ein Reich, das sie sich nicht hätte vorstellen können. In dieser Welt räumt sie auf und erntet Gold.
Durch den Tunnel zu gehen braucht Mut. Doch dauerhaft im System zu verharren bedeutet, sich selbst aufzugeben.