Was für mich an PDA Sinn macht - und was nicht...
Obwohl ich mich schon soo lange mit PDA beschäft, fühlt sich das ganze Thema nicht wirklich rund für mich an - und das erklärt für mich auch, warum die Beschäftigung damit für mich so anstrengend ist. Und ja, man könnte sagen, dass es ja egal ist, was PDA genau ist, und ob es Sinn macht oder nicht, bzw. anerkannt wird oder nicht - Hauptsache man findet einen guten Umgang damit. Aber ich finde, dass eben genau das Verständnis von PDA den Grundstein dafür legt, in welche Richtung die Suche nach Lösungen geht. WAS MICH IMMER WIEDER VERWIRRT Der Begriff "Pathological/Protective Demand Avoidance" meint im Grund eine (für mich) logische Vermeidung als Schutzreaktion auf unpassende Rahmenbedingungen, mit denen ein (neurodivergenter) Mensch konfrontiert ist. Ich sehe es als Vorstufe zum Burnout - bevor ich nicht mehr kann, wehre ich mich - durch Vermeidung und Verweigerung. Das ist für mich etwas, das auf einer ähnlichen Ebene wie ein Burnout diagnostiziert werden kann, aber nichts, was einen Menschen an sich definiert oder beschreibt. Beim Begriff "Persistent Drive for Autonomy", geht es für mich um das natürliche und gesunde Streben nach Selbstbestimmtheit von Menschen, die nicht in ein bestehendes System passen (Familie, Schule, Gemeinschaften). Weil sie besser als andere wissen, was gut für sie ist (zumindest solange sie noch mit sich selbst verbunden sind), und weil sie negative Folgen für sich, ihre Psyche und ihre Gesundheit abwenden wollen. Auch hier ist für mich nichts krankhaftes oder defizitäres dabei - aber viel Unbequemes für das Umfeld (und auch für sich selbst), weil das eben oft nur schwer umsetzbar ist. Liest man sich PDA-Checklisten oder auch Erfahrungsberichte durch, werden Betroffene als seltsam, defizitär, schwach, schwierig und irrational dargestellt. Im besten Fall wird das Verhalten liebevoll und veständnisvoll betrachtet: Sie brauchen unsere Unterstützung, weil sie eben "behindert" sind - auch wenn es schwer für uns Eltern ist. (Und ich weiß, behindert wird oft im Sinne "be-hindet von der Gesellschaft" gesehen, aber es hat für mich trotzdem einen falschen Beigeschmack).