Wer ist der bessere Mann?
Auf Social Media (ok - ist meine Bubble 😀) habe ich manchmal das Gefühl, Männer kämpfen gar nicht mehr direkt miteinander, sondern eher gegeneinander auf eine neue, subtilere Art. Der eine zeigt, wie bewusst er ist, der nächste, wie reflektiert, der nächste wiederum, wie „richtig“ ein Mann und Papa heute zu sein hat, damit er bloß nicht in alte Muster zurückfällt oder ins Patriarchat eingeordnet wird. Und daraus entsteht schnell ein Vergleich: Wer ist der bessere Mann? Wer ist weiter? Wer ist moralisch sauberer? Wer hat es verstanden? Und ich frage mich, ob das noch echte Entwicklung ist – oder ob wir anfangen, uns über andere Männer zu definieren. Dabei gehen genau die Dinge verloren, die viele früher mit Männlichkeit verbunden haben: Klarheit, Rückgrat, Verantwortung und Richtung. Nicht im Sinne von Dominanz, sondern als innere Standfestigkeit. Und vielleicht ist die eigentliche Frage nicht, wer der bessere Mann ist, sondern warum wir überhaupt anfangen, uns gegenseitig so zu messen. Also das Konkurrieren an sich findet ich gar nicht schlimm, aber das Moralisieren. Der Glaube zu wissen, wofür man(n) zu sein hat und was man(n) bekämpfen muss. Geht euch das auch so?