Herzuniversum – Spürraum #8
Manchmal fühlt es sich an wie ein schmaler Grat. Links die Weite. Rechts die Ordnung. Und ich irgendwo dazwischen, tastend, lauschend, nicht ganz sicher, wo mein nächster Schritt landen will. In mir wohnen viele Richtungen. Gedanken öffnen sich wie Räume ohne Türen. Ideen kommen nicht in Reihen, sondern in Bögen. Sie überlagern sich, sprechen durcheinander, wollen gleichzeitig gelebt werden. Vielbegabung fühlt sich selten linear an. Eher wie ein Sammeln. Ein Kreisen. Ein tiefes Atmen in alle Himmelsrichtungen. Und dann ist da diese andere Stimme. Leiser vielleicht, aber beharrlich. Sie weiß um die Kraft von Struktur. Um den Halt, den ein Rahmen geben kann. Nicht als Käfig. Eher wie ein Tisch, an dem etwas liegen bleiben darf, bis es reif ist. Ich spüre, wie Freiheit sich verändert, wenn ich mir meine Vielbegabung wirklich erlaube. Nicht als Ausrede für Unfertigkeit. Sondern als Anerkennung meiner inneren Landschaft. Und gleichzeitig entsteht dort ein neues Bedürfnis nach Klarheit. Nach Fäden, die ich bewusst aufnehme, damit etwas Gestalt annehmen kann. Fokus fühlt sich dann nicht mehr eng an. Er wird zu einer freiwilligen Hinwendung. Struktur nicht mehr als Fremdkörper, sondern als Gefäß, das Tiefe halten kann. Zielsetzung nicht als Druck, sondern als leise Verabredung mit mir selbst. Und immer wieder dieses Innehalten. Dieses ehrliche Spüren: Wo stehe ich gerade? Was ist lebendig? Was braucht Sammlung, was darf ruhen? Vielleicht ist genau das der Balanceakt. Nicht die perfekte Ordnung. Nicht die grenzenlose Freiheit. Sondern das langsame Einpendeln zwischen beidem. In meinem Tempo. Mit Respekt vor meiner Vielheit und Verantwortung für das, was durch mich in die Welt möchte. Und wie erlebst du deine Vielbegabung? Mit viel 🧡 Petra