Bodyweight-Training – sinnvoll oder nicht ?
Immer wieder kommt die Frage auf, ob Training mit dem eigenen Körpergewicht ausreicht.
Die kurze Antwort: Ja , aber nur bis zu einem gewissen Punkt.
Bodyweight-Training ist definitiv nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Wenn ihr unterwegs seid, auf Übung, im Einsatz, im Urlaub oder einfach keinen Zugang zu einem Gym habt, ist es eine hervorragende Möglichkeit, die Trainingsroutine aufrechtzuerhalten und den Körper leistungsfähig zu halten. Liegestütze, Klimmzüge, Dips, Ausfallschritte, Burpees oder Sprünge können den Kreislauf fordern, Kraftausdauer verbessern und dabei helfen, Muskelmasse über einen gewissen Zeitraum zu erhalten.
Bewegung ist immer besser als gar keine Bewegung.
Trotzdem sollte man die Grenzen kennen.
Das größte Problem: Progressive Überlastung
Einer der wichtigsten Grundsätze im Krafttraining ist die progressive Überlastung (Progressive Overload). Der Körper passt sich nur dann weiter an, wenn der Trainingsreiz im Laufe der Zeit zunimmt.
Im Fitnessstudio ist das einfach:
  • Kniebeuge mit 60 kg.
  • Danach 65 kg.
  • Dann 70 kg.
Der Reiz steigt kontrolliert und messbar.
Beim reinen Bodyweight-Training ist das deutlich schwieriger. Irgendwann reichen normale Liegestütze oder Kniebeugen nicht mehr aus. Dann beginnt man mit schwierigeren Varianten:
  • einarmige Liegestütze
  • Pistol Squats
  • explosive Varianten
  • langsamere Wiederholungen
  • Pausen in der Bewegung
  • höhere Wiederholungszahlen
Das funktioniert grundsätzlich allerdings nur begrenzt.
Besonders der Unterkörper stößt schnell an Grenzen
Während der Oberkörper durch Klimmzüge, Dips oder Liegestütze noch relativ lange sinnvoll belastet werden kann, wird es für den Unterkörper deutlich schwieriger.
Eine normale Kniebeuge mit dem eigenen Körpergewicht stellt für trainierte Personen irgendwann kaum noch einen relevanten Kraftreiz dar. Selbst einbeinige Varianten lassen sich nur begrenzt steigern und werden häufig eher durch Gleichgewicht oder Beweglichkeit limitiert als durch die eigentliche Kraft.
Eine Langhantel dagegen erlaubt eine nahezu unbegrenzte Progression über viele Jahre hinweg.
Mehr Möglichkeiten = gezielteres Training
Zusatzgewichte eröffnen deutlich mehr Optionen:
  • Muskelmasse effektiver entwickeln.
  • Maximalkraft steigern.
  • Belastungen exakt dosieren.
  • Fortschritte objektiv messen.
Dadurch lässt sich das Training wesentlich strukturierter und langfristig erfolgreicher planen.
Unser Fazit
Bodyweight-Training ist ein hervorragendes Werkzeug , vor allem dann, wenn euch nichts anderes zur Verfügung steht. Es verbessert die allgemeine Fitness, erhält eure Leistungsfähigkeit und ist nahezu überall durchführbar.
Wer jedoch langfristig stärker, belastbarer und leistungsfähiger werden möchte, kommt an einem systematischen Krafttraining mit Zusatzgewicht kaum vorbei.
Bodyweight ist eine sehr gute Lösung. Zusatzgewicht ist in den meisten Fällen die bessere Lösung.
Nutzt also beides sinnvoll:
  • Bodyweight, wenn die Umstände es erfordern.
  • Krafttraining mit Gewichten, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt.
So holt ihr langfristig das Maximum aus eurem Training heraus.
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