Ach, guck an. Der Chef der größten Bank der westlichen Welt meldet sich zu Wort – und entdeckt plötzlich einen Riss am Anleihemarkt. Endlich! Gratulation, Jamie Dimon – damit bist du etwa drei Jahre zu spät. Willkommen im Club der Crash-Propheten mit Zeitverzögerung.Wahnsinn. Was kommt als Nächstes? Die Erkenntnis, dass Zucker ungesund ist?
Dieser „Riss“, von dem da gefaselt wird, ist keine Überraschung. Das ist die logische Folge jahrzehntelanger Finanz-Alchemie: Nullzinsen, Aufkaufprogramme, Zombieunternehmen auf Lebenserhaltungsmaschinen – und alle tun so, als sei das ein tragfähiges Fundament.
Der Anleihemarkt ist kein stabiler Fels. Er ist ein Kartenhaus mit Brandschutz-Zertifikat. Und jetzt wundern sich die Bauherren, dass der Wind auffrischt.
Die Ironie? Ausgerechnet die Brandbeschleuniger schlagen Alarm. Dieselben Leute, die das System mit Derivaten und toxischem Vertrauen geflutet haben, rufen jetzt „Feuer!“. Und wie immer wird nicht gelöscht – es wird umverteilt.
Und während die Masse weiter „sicher“ in Staatsanleihen investiert, lachen sich Notenbanken ins Fäustchen und kaufen unauffällig physisches Gold. Nicht als Investment, sondern als Plan B – für den Fall, dass Plan A, also der ganze Kredit-Zirkus, implodiert.
Was bleibt?
Ein System, das mit jeder Warnung der Eliten nur bestätigt, was längst klar ist:
Es bricht nicht vielleicht. Es ist längst am Brechen – man hat nur die Mikros zu laut gedreht.
Der Riss ist da. Und diesmal reißt es mehr als nur die Fassade.