Die EZB schlägt Alarm. Nein, nicht wegen Inflation. Auch nicht wegen Staatsschulden oder Bankenpleiten. Sondern wegen Gold. Genauer gesagt: Wegen dem, was viele für Gold halten – es aber nicht ist.
In Europa wird inzwischen dreimal so viel „Papiergold“ verkauft wie physisches Gold. Dreimal so viel Versprechen, Verträge, Zertifikate – aber eben kein echtes Metall. Nur: Was nützt dir ein Versprechen, wenn es eingelöst werden soll – und nichts da ist?
Die EZB warnt: Das System ist instabil. Der Handel mit Gold-Derivaten hat sich auf fast eine Billion Euro aufgebläht. Fast die Hälfte davon wird außerbörslich abgewickelt, ohne Aufsicht, ohne Kontrolle. Übersetzt: Niemand weiß, ob diese Luftnummer noch gut geht.
Was passiert, wenn viele Investoren gleichzeitig ihr „Gold“ sehen oder geliefert bekommen wollen? Richtig. Nichts. Außer Panik. Denn dann fliegt der ganze Zauber auf. Lieferengpässe, Kursrutsche, Margin-Calls. Und am Ende das böse Erwachen: Du hattest kein Gold – du hattest Hoffnung.
Das erinnert an Versicherungen, die im Ernstfall nicht zahlen. Oder an Fallschirme, die bei schönem Wetter großartig aussehen – aber beim Sprung nicht aufgehen.
Papiergold ist keine Absicherung. Es ist ein Spiel. Und dieses Spiel wird gerade zu groß für das System, das es trägt. Die EZB weiß das. Sie sagt es nur nicht laut genug. Weil sie selbst Teil dieses Spiels ist.
Wer heute echtes Gold besitzt, ist nicht clever. Er ist vorbereitet. Wer Papiergold kauft, spielt russisches Roulette mit fünf Kugeln.
Am Ende zählt nicht, was du glaubst zu haben – sondern, was du greifen kannst, wenn es ernst wird.
Also: Wenn du Gold willst – warum kaufst du es dann als Zertifikat, Derivat oder Fonds?