Der neue SGE-Tresor in Hongkong ist kein Lagerraum. Er ist ein geopolitisches Statement.
Wer glaubt, es ginge bei Chinas jüngstem Schritt um mehr Regalfläche für Gold, denkt zu klein.
Die Shanghai Gold Exchange (SGE), direkt unter Aufsicht der chinesischen Zentralbank, öffnet das Tor für einen Yuan-dominierten Goldmarkt – außerhalb der rigiden Kapitalgrenzen des Festlands. Standort: Hongkong. Bedeutet: westliche Kontrolle ade.
Die Folgen?
- Goldhandel in Offshore-Yuan (CNH) – abseits der US-Dominanz.
- Rechtssicherheit nach Common Law – kein chinesischer Bürokratismus mehr nötig.
- Zugang für internationale Investoren ohne den Umweg über Shanghai oder Shenzhen.
- Möglichkeit, Ölgeschäfte indirekt in Gold abzurechnen. Ein Petroyuan-Standard in Sicht?
China nutzt Gold, um die Dollarabhängigkeit abzubauen – und Hongkong, um es offshore-fähig zu machen.
Während die USA Sanktionen verhängen und Zölle debattieren, schafft China reale Alternativen:
Gold als Brücke. Yuan als Preisanker. BRICS als Plattform.
Das ist keine Prognose. Das ist ein schleichender Paradigmenwechsel.
Der Westen spielt Monopoly, China baut Infrastruktur.
Und jeder, der glaubt, die Preisfindung für Gold sei ewig eine Londoner oder New Yorker Angelegenheit, sollte sich fragen: Warum steigen chinesische Goldpreise regelmäßig über den COMEX-Preis?
Was mich dabei besonders interessiert:
Wie wird sich das auf die Rolle von Singapur, Dubai oder Zürich auswirken?
Wird der Westen kontern – oder einfach weiter über ESG-Reporting diskutieren, während China den Goldmarkt neu schreibt?
Denn wer das Gold wiegt, bestimmt nicht nur den Preis – sondern bald auch die Spielregeln.