Amerikas Staatsschulden betragen mittlerweile 37 Billionen Dollar. Das ist kein Tippfehler. Das ist der Elefant im Raum, der sich gerade auf die Staatsanleihen legt.
Die Reaktionen? Reichen von „Hyperinflation ist unausweichlich“ bis „Schulden sind ein Mythos“. Beides ist Bullshit.
Die Wahrheit ist: Wir sind nicht kurz vor dem Kollaps – aber wir marschieren in Zeitlupe auf ihn zu.
Laut James Kostohryz (Investor Acumen, Seeking Alpha) liegt der Schuldenstand aktuell bei ca. 100 % des BIP – das ist noch nicht das Ende der Welt, aber auch keine Einladung zum Weiterdrucken. Die echten Probleme kommen bei 160–200 %, und dahin ist es beim derzeitigen Kurs nur eine Frage der Zeit.
Was müsste passieren? Ganz einfach:
– Ausgaben runter um 8 %
– Einnahmen rauf um 9,65 %
Kein Kahlschlag. Keine Revolution. Nur das, was man im Mittelstand „solides Haushalten“ nennt. Problem: In Washington regiert nicht der Mittelstand, sondern ein zirkulierendes Schattenkabinett aus Wahlkampfpopulisten und Wirtschaftssimulationsdarstellern.
Die Realität:
Die Märkte merken das längst. Die Realzinsen steigen. Die CDS-Spreads auf US-Anleihen sind höher als bei Portugal. Kein Wunder, dass Gold und Bitcoin zulegen – das ist kein Meme, das ist Misstrauen mit Kursziel.
Kostohryz sagt: „Noch ist Zeit. Noch.“
Aber was passiert, wenn das Vertrauen kippt?
Dann ist es egal, ob du das Schuldenproblem leugnest oder panisch wegrennst. Dann bestimmen nicht mehr die Ökonomen, sondern die Gläubiger, wie der Tanz weitergeht.
Kann man 37 Billionen abbauen?
Ja. Technisch. Rechnerisch. Aber nicht in einer Welt, in der Schulden als Menschenrecht gelten und der Haushalt von Inflationsillusionen lebt.
Die Frage ist nicht: Können wir?
Die Frage ist: Wann hören wir auf, so zu tun, als wäre „mehr vom Gleichen“ eine Strategie?