Dubai zeigt was als Nächstes kommt – die totale „Sicherheit“
Als Tech-Utopie verkleidete Messe: Die Intersec 2026 macht Überwachung zum Spektakel und verkauft die Illusion, dass Sicherheit und Kontrolle dasselbe seien. Weißer, drahtgitterartiger polygonaler menschlicher Kopf im Profil, aus verbundenen Dreiecken geformt, vor einfarbig violettem Hintergrund. Es ist Januar in Dubai, was bedeutet, dass sich die globale „Sicherheits“-Industrie wieder einmal versammelt, um sich selbst dafür zu beglückwünschen, Paranoia profitabel gemacht zu haben. Die Ausgabe 2026 der Intersec hat das Dubai World Trade Centre übernommen – ein Ort, an dem Überwachungskameras vermutlich in komfortabler Überzahl gegenüber Menschen stehen. Über 1.200 Aussteller aus mehr als 60 Ländern sind angereist, um die neuesten Werkzeuge zum Identifizieren, Verfolgen und „Schützen“ zu präsentieren – ein Wort, das auf dieser Veranstaltung dehnbarer ist als irgendwo sonst. Die Veranstalter erwarten mehr als 50.000 Besucher, ein Meer aus Anzügen und Lanyards, das sich durch 65.000 Quadratmeter unternehmerischen Optimismus bewegt. Die Messe, die am 14. Januar endete, bot reichlich Zeit, Visionen von „sicheren Städten“, „reibungslosen Grenzen“ und anderen Euphemismen zu verkaufen, die frei übersetzt weniger Privatsphäre und mehr Daten bedeuten. Die Industrie der Identität Zu den Hauptakteuren in diesem Jahr zählen Iris ID, HID, RecFaces, Suprema, Innovatrics und Idemia Public Security. Jeder von ihnen ist damit beschäftigt, Regierungen und Unternehmen davon zu überzeugen, dass biometrische Überwachung keine Überwachung ist, sondern Innovation. Ihre Messestände könnten ebenso gut als Tempel algorithmischen Glaubens dienen, in denen Gesichter, Fingerabdrücke und Iriden als Opfergaben an die Götter der „Effizienz“ dargebracht werden. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen, womit sie beschäftigt sind. WEITERLESEN