Warum wir einen Schritt weitergehen
Das NEURO-LONGEVITY MANIFESTO Hol dir gerne eine Tasse Kaffee. Oder lies das hier, wenn du etwas mehr Zeit hast. Es wird sich lohnen! Versprochen. -------------------------------------------------------------------------------- Dein Gehirn schrumpft. Jetzt gerade. Ich weiß, das klingt dramatisch. Aber die Daten sind eindeutig. Ab dem 35. Lebensjahr verliert dein Gehirn jedes Jahr etwa 0,2% seines Volumens. Das klingt harmlos. Ist es auch – anfangs. Aber der Prozess beschleunigt sich. In den 40ern und 50ern steigt das auf etwa 0,3–0,4% pro Jahr. Im hohen Alter liegen wir bei bis zu rund 0,5% pro Jahr. Das sind keine Schätzungen. Das sind Ergebnisse aus einer Meta-Analyse von 56 longitudinalen MRT (Kernspintomographie)-Studien und einer großen japanischen Längsschnittstudie mit 653 Teilnehmenden und fast 8.000 MRTs über mehr als zehn Jahre Und es trifft nicht alle Hirnregionen gleich: Dein Frontallappen – zuständig für Planung, Entscheidungen, Impulskontrolle – verliert 0,4 bis 0,5% pro Jahr. Beim Hippocampus – dem Zentrum für Gedächtnis und Lernen – wird es im hohen Alter besonders sichtbar: In Studien mit gesunden Älteren schrumpft er um rund 0,7–1,5 % pro Jahr – teils um bis zu 2 %. Die Konsequenz? Sie zeigt sich in den Zahlen um uns herum. In Deutschland leben derzeit rund 1,8 bis 1,85 Millionen Menschen mit Demenz – je nach Datensatz und Schätzmethode. In Österreich sind es 170.000. Europaweit über 9 Millionen. Und es wird schlimmer. Bis 2050 rechnet die Forschung mit 2,72 Millionen Demenzbetroffenen allein in Deutschland. Ein Anstieg von fast 50%. Europaweit werden es über 14 Millionen sein. Ab 65 Jahren hat fast jeder Vierzehnte (6,9%) eine Demenzdiagnose. Das sind nicht nur Statistiken. Das sind Eltern. Partner. Kolleginnen und Kollegen. Menschen, die irgendwann vergessen, wer sie sind. Als Neurologe habe ich diese Erkrankung am meisten befürchtet - und ich befürchte sie immer noch. Aber: Dein Gehirn ist kein Schicksal Hier wird es interessant.