Warum du wichtige Aufgaben aufschiebst – obwohl sie dir wirklich wichtig sind
Viele Menschen stellen sich dieselbe Frage:
Warum schiebe ich wichtige Aufgaben auf, obwohl ich weiß, dass sie mir gut tun würden?
Es geht nicht um unwichtige Kleinigkeiten.
Sondern um genau die Dinge, die etwas verändern könnten:
  • ein wichtiges Projekt
  • eine Entscheidung
  • ein Gespräch
  • ein Schritt, der dich weiterbringt
Und trotzdem passiert immer wieder dasselbe.
Du weißt, was zu tun ist – und machst es nicht.
Dieses Verhalten nennt man Prokrastination.
Und nein: Es hat nichts mit Faulheit zu tun.
Warum gerade wichtige Aufgaben von Prokrastination betroffen sind?
Viele glauben, sie schieben Aufgaben auf, weil sie keine Disziplin haben.
Das stimmt fast nie.
Denn die meisten Menschen funktionieren sehr wohl:
  • im Job
  • für andere
  • unter äußerem Druck
Das Problem ist also nicht, dass du nicht handeln kannst.
Das Problem ist, wann dein Gehirn blockiert.
Und das passiert besonders oft bei wichtigen Aufgaben.
Wie dein Gehirn Aufgaben wirklich bewertet?
Dein Gehirn bewertet Aufgaben nicht nach Wichtigkeit.
Es bewertet sie nach emotionalem Aufwand.
Beim Start einer Aufgabe stellt dein Gehirn keine rationale Frage wie: „Ist das sinnvoll?“
Sondern eine emotionale:
👉 „Wie fühlt sich das an, wenn ich jetzt anfange?“
Und genau hier liegt der Kern von Prokrastination.
Diese Gefühle sorgen dafür, dass du aufschiebst.
Wichtige Aufgaben sind fast immer mit mindestens einem dieser Gefühle verbunden:
  • Unsicherheit („Was, wenn ich scheitere?“)
  • Überforderung („Wo fange ich überhaupt an?“)
  • Bewertung („Was denken andere?“)
  • Verantwortung („Dann gibt es kein Zurück mehr“)
Diese Gefühle sind unangenehm.
Und dein Gehirn hat ein klares Ziel: Unangenehmes vermeiden.
Warum Aufschieben sich kurzfristig gut anfühlt?
Wenn du eine Aufgabe aufschiebst, passiert sofort etwas:
  • Der innere Druck sinkt
  • Die Anspannung lässt nach
  • Das unangenehme Gefühl verschwindet
Diese kurzfristige Erleichterung speichert dein Gehirn ab.Als Lernsignal.
👉 Aufschieben = Entlastung
Und genau deshalb wiederholt sich Prokrastination immer wieder.
Prokrastination ist kein Zeitproblem
Viele sagen: „Ich schiebe es auf, weil ich keine Zeit habe.“
Das klingt logisch.
Ist aber meist nur die halbe Wahrheit.
Denn:
  • Auch mit Zeit wird aufgeschoben
  • Auch am Wochenende
  • Auch im Urlaub
Prokrastination ist kein Zeitproblem.
Sie ist ein Emotionsproblem.
Denken wir doch einfach mal an unsere Schulzeit oder Studium zurück.
Die meisten von uns, ich würde glatt wetten, haben ihre Bachelorarbeit nicht direkt in der ersten Woche angefangen, oder?
Erhalten wir eine Aufgabe, die weit in der Zukunft liegt, denken wir erstmal:
"Ok, kein Stress ... ich hab ja noch genug Zeit."
Erst wenn der Abgabetermin näher rückt, wird ein Großteil unruhig und beginnt mit der Arbeit.
Gilt natürlich nicht für JEDEN!
Warum Motivation bei Prokrastination nicht hilft?
Viele versuchen, Prokrastination mit Motivation zu lösen:
  • neue Ziele
  • neue Pläne
  • neue Routinen
Das scheitert oft.
Warum?
Weil Motivation nicht vor dem Start entsteht.
Motivation entsteht, nachdem du begonnen hast.
Die echte Reihenfolge lautet:
  1. Start
  2. leichte Entlastung
  3. Gefühl von Kontrolle
  4. Motivation
Wer auf Motivation wartet, wartet oft sehr lange.
Das eigentliche Problem: Der Einstieg ist zu groß
Gerade in diesem Augenblick habe ich die Wahl zwischen ↓
Beitrag/Blog schreiben und Lampen aufhängen.
Was war wohl meine Entscheidung?
Die meisten wichtigen Aufgaben werden nicht aufgeschoben, weil sie insgesamt zu schwer sind.
Sondern weil der erste Schritt ... ist.
  • zu groß
  • zu unklar
  • zu offen
  • zu langweilig
Beispiele:
  • „An meinem Projekt arbeiten“
  • „Mich um meine Gesundheit kümmern“
  • „Endlich sichtbar werden“
  • „Mein Video Coaching aufbauen"
Das sind keine klaren Starts.
Das sind mentale Überforderungen.
Die Lösung: Kleine, emotional sichere Einstiege
Der wirksamste Weg, Prokrastination zu stoppen, ist nicht mehr Druck.
Sondern ein Einstieg, der keinen Widerstand auslöst.
Ein guter Einstieg ist:
  • konkret
  • zeitlich klein
  • emotional sicher
Beispiele:
❌ „Ich arbeite heute zwei Stunden daran“
✅ „Ich öffne das Dokument und schreibe einen Satz“
❌ „Ich ziehe das jetzt durch“
✅ „Ich mache fünf Minuten – dann darf ich aufhören“
Das Ziel ist nicht Fertigwerden.
Das Ziel ist Anfangen ohne Stress.
Warum kleine Starts so effektiv sind?
Kleine Starts erzeugen etwas Entscheidendes: Beweise.
Beweise dafür, dass:
  • du handeln kannst
  • der Start nicht gefährlich ist
  • du Kontrolle hast
Diese Beweise verändern dein Selbstbild.
Und dein Selbstbild steuert dein Verhalten.
Menschen, die regelmäßig klein starten, brauchen weniger Willenskraft.
Mini-Übung gegen Prokrastination (5–10 Minuten)
Wenn du gerade eine wichtige Aufgabe aufschiebst, mach Folgendes:
  1. Schreib auf: Welche Aufgabe vermeide ich gerade?
  2. Schreib ein Wort dazu: Welches Gefühl vermeide ich?
  3. Definiere einen Einstieg von maximal 5–10 Minuten.
Nicht planen.
Nicht bewerten.
Nur starten.
Fazit:
Warum du wichtige Aufgaben aufschiebst?
Du schiebst wichtige Aufgaben nicht auf, weil sie unwichtig sind.
Du schiebst sie auf, weil sie emotional etwas kosten.
Sobald du aufhörst, dich dafür zu verurteilen, und stattdessen den Einstieg richtig gestaltest, verliert Prokrastination ihre Macht.
Nicht durch Motivation.
Sondern durch Struktur.
Zwischen Weihnachten und Neujahr geht es nicht darum, alles zu erledigen.
Es geht darum, nicht komplett stehenzubleiben.
👉 Mach heute einen kleinen Schritt (5–10 Minuten) und poste danach deinen Beweis.
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7 comments
Marcel Lindwurm
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Warum du wichtige Aufgaben aufschiebst – obwohl sie dir wirklich wichtig sind
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