đŞđŽđżđđş đąđśđ˛đđ˛ đđźđşđşđđťđśđđ đ´đ˛đťđŽđ đąđŽđ đśđđ, đđŽđ đąđśđ˛ đđźđżđđ°đľđđťđ´ đŻđ˛đđ°đľđżđ˛đśđŻđ
Es gibt einen Befund in der Schmerzforschung, der mich seit Jahren beschäftigt â und der erklärt, warum dieser Raum hier so gebaut ist, wie er ist.
Die moderne Schmerzwissenschaft hat in den letzten Jahren etwas Unbequemes herausgefunden: đđżđ¸đšĂ¤đżđđťđ´ đŽđšđšđ˛đśđť đđśđżđ¸đ đ¸đŽđđş. Es reicht nicht, dir zu sagen, wie Schmerz im Nervensystem entsteht. Wer dir nur erklärt â und sonst nichts tut â verändert wenig. Eine groĂe Ăbersichtsstudie von Watson und Kollegen aus dem Jahr 2019, die zwĂślf kontrollierte Studien mit insgesamt 755 Teilnehmenden auswertete, zeigte: Reine Wissensvermittlung Ăźber Schmerz hat als alleinige MaĂnahme nur kleine Effekte (Watson et al., The Journal of Pain, 20(10), 2019).
đŞđŽđ đđśđżđ¸đšđśđ°đľ đđśđżđ¸đ, đśđđ đ˛đđđŽđ đŽđťđąđ˛đżđ˛đ.
Es wirkt dann, wenn drei Dinge zusammenkommen:
- eine Erklärung, die dir Sinn gibt.
- Bewegung, die wieder sicher wird.
- Und ein Mensch, der dir wirklich zuhĂśrt.
Ein neuerer Ăbersichtsartikel mit 19 ausgewerteten Studien und Ăźber 5.000 Teilnehmenden bestätigt das deutlich: Erst die Kombination aus Erklärung, kĂśrperlicher Arbeit und einem tragfähigen Beziehungsraum fĂźhrt zu nachhaltigen Veränderungen (Umbrella-Review zu Pain Neuroscience Education, 2025).
đđ˛đťđŽđ đąđŽđ đśđđ đąđśđ˛ đŚđđ˛đšđšđ˛, đŽđť đąđ˛đż đąđśđ˛ đşđ˛đśđđđ˛đť đđťđ´đ˛đŻđźđđ˛ đđđ˛đľđ˛đťđŻđšđ˛đśđŻđ˛đť. đŚđśđ˛ đ´đ˛đŻđ˛đť đąđśđż đđťđľđŽđšđđ˛. Sie geben dir Wissen, Informationen, vielleicht ein Buch, vielleicht ein Video. Aber sie geben dir keinen Raum, in dem dieses Wissen wirken darf.Hier ist das anders.
đđśđ˛đż đ´đ˛đľđ đ˛đ đťđśđ°đľđ đđđ˛đżđđ đđş đąđśđ˛ đđťđľđŽđšđđ˛ đąđ˛đż đŚđ°đľđşđ˛đżđđđśđđđ˛đťđđ°đľđŽđłđ â die kannst du Ăźberall nachlesen. Hier geht es um etwas, das schwerer zu fassen ist: um die Art, wie wir miteinander sprechen. Darum, dass dein Erleben zuerst ernst genommen wird, bevor irgendjemand etwas erklärt. Darum, dass du nicht zuhĂśrst, sondern mitdenkst. Darum, dass eine Pause stehen bleiben darf, lange genug, dass etwas einsinken kann.
đđśđ˛đđ˛đť đđťđđŽđđ đťđ˛đťđťđ đąđśđ˛ đśđťđđ˛đżđťđŽđđśđźđťđŽđšđ˛ đđźđżđđ°đľđđťđ´ đŁđŽđśđť đŚđ°đśđ˛đťđ°đ˛ đđąđđ°đŽđđśđźđť. Sie geht zurĂźck auf den britischen Physiotherapeuten Louis Gifford, der 1998 das Mature Organism Model verĂśffentlichte, und wurde populär durch das Buch Explain Pain von David Butler und Lorimer Moseley (2003, deutsch: Schmerzen verstehen, Springer 2016). Heute wird sie von der internationalen PETAL-Forschungsgruppe um Moseley, Butler und Leake weiterentwickelt (Moseley et al., The Journal of Pain, 2024).
đ¨đťđą đ˛đ đ´đśđŻđ đťđźđ°đľ đ˛đđđŽđ, đąđŽđ đąđśđ˛ đđźđżđđ°đľđđťđ´ đđ˛đľđż đąđ˛đđđšđśđ°đľ đđ˛đśđ´đ: đąđśđ˛ đđ˛đđśđ˛đľđđťđ´ đđđśđđ°đľđ˛đť đąđśđż đđťđą đąđ˛đş đ đ˛đťđđ°đľđ˛đť, đąđ˛đż đşđśđ đąđ˛đśđťđ˛đş đŚđ°đľđşđ˛đżđ đŽđżđŻđ˛đśđđ˛đ, ist selbst ein Wirkfaktor. In Studien sagt sie mehr Ăźber das Ergebnis voraus als die Methode, die verwendet wird. Eine Beobachtungsstudie mit 182 Menschen mit chronischem RĂźckenschmerz zeigte: Die Qualität dieser Beziehung war ein konsistenter Vorhersager fĂźr alle Behandlungsergebnisse â unabhängig davon, welche Methode verwendet wurde (Ferreira et al., Physical Therapy, 2013). Patientinnen und Patienten erleben diese Beziehung dann als tragend, wenn ihnen jemand wirklich zuhĂśrt, ihre Fragen ernst nimmt, wiederholt, was sie gesagt haben â und ihnen verständlich macht, warum ihr Schmerz da ist. Wenn diese Erklärung fehlt, fehlt auch die Beziehung.
đđśđ˛đ đąđŽđ đśđť đĽđđľđ˛. đđ đŻđ˛đąđ˛đđđ˛đ: đŞđ˛đťđť đąđśđż đˇđ˛đşđŽđťđą đđ˛đżđđäđťđąđšđśđ°đľ đşđŽđ°đľđđ, đđŽđżđđş đąđ˛đśđť đŚđ°đľđşđ˛đżđ đąđŽ đśđđ, đ˛đżđšđ˛đŻđđ đąđ đŽđšđšđ˛đśđť đąđŽđżđśđť đđ°đľđźđť đąđśđ˛ đđ˛đđśđ˛đľđđťđ´, đąđśđ˛ đđ˛đšđŻđđ đ§đ˛đśđš đąđ˛đż đđ˛đśđšđđťđ´ đśđđ. Das Erklären ist nicht nur Information. Es ist Beziehung, in einem Akt verdichtet.
Beziehung ist kein weicher Faktor. Sie ist ein messbarer Wirkmechanismus.
Das ist es, woran wir hier arbeiten. An der Art, wie Ăźber deinen Schmerz gesprochen wird. An den kleinen Momenten, in denen du zum ersten Mal das GefĂźhl hast: jemand hat verstanden, was los ist. An deinem eigenen Verstehen, das langsam wächst â nicht weil dir jemand etwas einredet, sondern weil du selbst etwas siehst, was du vorher nicht gesehen hast.
đŞđŽđ đľđśđ˛đż đ˝đŽđđđśđ˛đżđ, đľđŽđ đąđśđ˛ đđťđđ˛đżđťđŽđđśđźđťđŽđš đđđđźđ°đśđŽđđśđźđť đłđźđż đđľđ˛ đŚđđđąđ đźđł đŁđŽđśđť (đđđŚđŁ) đŻđ˛đżđ˛đśđđ đŽđŹđđ´ đŽđšđ đđ˛đđ˛đťđđšđśđ°đľđ˛ đđźđşđ˝đ˛đđ˛đťđ đśđť đśđľđż đźđłđłđśđđśđ˛đšđšđ˛đ đđđżđżđśđ°đđšđđş đłĂźđż đŚđ°đľđşđ˛đżđđşđŽđťđŽđ´đ˛đşđ˛đťđ đŽđđłđ´đ˛đťđźđşđşđ˛đť â und im deutschsprachigen Raum gibt es bisher kaum Orte, an denen es so stattfindet. Das ist keine Werbung. Das ist eine Bestandsaufnahme.
Eine Frage zum Mitnehmen fĂźr diese Woche: Welche Erklärung trägst du gerade Ăźber deinen Schmerz mit dir herum â und tut sie dir gut?
Quellen zum Nachlesen
- Watson, J. A. et al. (2019). Pain Neuroscience Education for Adults With Chronic Musculoskeletal Pain: A Mixed-Methods Systematic Review and Meta-Analysis. The Journal of Pain, 20(10).
- Butler, D. S. & Moseley, G. L. (2016). Schmerzen verstehen (3. Auflage). Springer, Berlin/Heidelberg.
- Moseley, G. L. et al. (PETAL-Kollaboration, 2024). Teaching Patients About Pain: The Emergence of Pain Science Education. The Journal of Pain.
- Gifford, L. S. (1998). Pain, the tissues and the nervous system: A conceptual model. Physiotherapy, 84(1), 27â36.
- Ferreira, P. H. et al. (2013). The Therapeutic Alliance Between Clinicians and Patients Predicts Outcome in Chronic Low Back Pain. Physical Therapy, 93(4).
- International Association for the Study of Pain (IASP). Curriculum Outline on Pain for Physical Therapy (Ăźberarbeitete Fassung, 2018).