Gerichte beginnen, ernst zu machen: Wer KI-generierte Schriftsätze ungeprüft einreicht, riskiert inzwischen empfindliche Sanktionen. Das eigentlich Bemerkenswerte daran ist nicht die Technologie – sondern das Missverständnis auf Anwaltsseite. KI liefert keine verlässlichen Rechtsquellen, sondern plausibel klingende Texte. Wer daraus ungeprüft Argumentation macht, verlässt den Boden juristischer Sorgfalt. Die Fehler sind dabei erstaunlich banal: erfundene Entscheidungen, falsche Fundstellen, sauber formulierte – aber inhaltlich falsche – Argumente. Das Problem ist nicht, dass die KI das produziert. Das Problem ist, dass es eingereicht wird. Damit verschiebt sich die Rolle des Anwalts fundamental: Nicht mehr das Schreiben steht im Mittelpunkt, sondern die Prüfung. Oder zugespitzt: Die eigentliche anwaltliche Leistung liegt künftig darin zu entscheiden, was gerade nicht verwendet werden darf. Die Pointe der aktuellen Entwicklung ist fast schon ironisch: Nicht die KI wird sanktioniert – sondern der Anwalt, der ihr vertraut hat. Die Konsequenz ist klar: Wer KI nutzt, reduziert nicht seine Arbeit. Er verlagert sie – von der Erstellung hin zur Verantwortung.