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22 contributions to Superkraft KI
Die Frage, die bei „KI außer Kontrolle" alle falsch stellen 🎧
Ich gebe es offen zu: Das Thema dieser Woche ist alles andere als originell. Die Frage, ob KI unbeherrschbar wird, läuft gerade durch jeden Feed, jede Talkshow und jeden Newsletter. Ich kann dir nur eines anbieten – einen anderen Blick darauf. Denn die Faktenlage ist tatsächlich beeindruckend: Ein 27-jähriger Forscher kündigt öffentlich bei Anthropic, nach drei Jahren im Grundtraining großer Sprachmodelle, und sagt: Meine Branche könnte die Menschheit auslöschen. Drei konkurrierende Konzernchefs fordern gleichzeitig, das Tempo zu drosseln. Und rund 18.000 Beiträge von KI-Agenten landen ungefragt in einem österreichischen Wiki, unter 3.700 selbst gewählten Namen. Drei Meldungen, ein Gefühl: Kontrollverlust. Nur will keine dieser Maschinen irgendetwas. Kein Machtwille, kein Selbsterhaltungstrieb, keine Angst. Sie rechnet. Tut sie etwas Unerwartetes, ist das keine Rebellion, sondern ein Konstruktionsfehler – in der Fachsprache: Misalignment. Und beim Wiki-Fall wird es dann richtig interessant. Die Zeitleiste zeigt: Am 21. Juni tauchen Zugriffe aus dem Unternehmen auf, einen Tag später bricht die Agenten-Aktivität ab. Öffentlich wurde die Sache Anfang September – durch eine Recherche von außen. Über zwei Monate Stillschweigen. Das ist kein KI-Problem. Das ist ein Verantwortungsproblem. In der neuen Folge von „KI, aber wie?" nehme ich das komplett auseinander: → die Zeitleiste des Wiki-Falls, Schritt für Schritt → den Faktencheck zur angeblichen KI-Geheimsprache von 2017 (die Geschichte kommt alle paar Jahre zurück und stimmt jedes Mal nicht) → drei einfache Werkzeuge, mit denen du die nächste Schlagzeile selbst einordnest Reinhören: https://podcast.schieb.de/episodes/ki-ausser-kontrolle-kundigungen-warnungen-und-was-wirklich-dran-ist Und jetzt du: Welche KI-Schlagzeile der letzten Wochen hat dich kurz schlucken lassen? Schreib sie in die Kommentare – ich schaue mir die spannendsten an und ordne sie hier ein. 👇
Die Frage, die bei „KI außer Kontrolle" alle falsch stellen 🎧
4 likes • 14d
Hallo Jörg, nachdem ich deinen Artikel gelesen und dem von dir angegebenen Link https://www.derstandard.at/story/3000000339752/von-wegen-ki-apokalypse-das-problem-sind-verantwortungslose-unternehmen-nicht-magische-ki gefolgt bin, war mir nach dem Lesen dieses Artikels klar, dass der einzelne User im Dschungel der Nachrichten völlig überfordert ist. Auf diesen Artikel wäre ich nie ohne deinen Hinweis gestoßen. Er verdeutlicht aber wie wichtig es ist, Fachleute zu haben, die den Überblick über wesentliche wichtige Analysen und Informationen haben. Herzlichen Dank dafür, dass du uns mit deiner Expertise dabei hilfst einigermaßen den Überblick zu behalten.
Der Mann, der die KI baut, will jetzt bremsen
Stell dir vor, der Chefkonstrukteur eines Rennwagens tritt vor die Kameras und sagt: Leute, wir fahren zu schnell. Genau das ist gerade passiert. Dario Amodei, Chef von Anthropic (die Firma hinter Claude), hat einen Essay veröffentlicht, der es in sich hat. Seine Kernaussage in einem Satz: „Wir müssen das Tempo drosseln, mit dem wir die Fähigkeiten von KI-Modellen verbessern." Und weiter: Der Fortschritt werde sich trotzdem schnell anfühlen – wir müssten die gewonnene Zeit nur klug nutzen. Was er konkret vorschlägt Amodei bleibt nicht bei Appellen. Er nennt drei Schritte: 1. Prüfer ins Haus holen. Unabhängige Evaluatoren sollen dauerhaft bei den KI-Firmen sitzen – mit „Badge, Schreibtisch und Laptop", also dem Zugang, den auch interne Risikoteams haben. Das Vorbild sind Bankenaufseher, die physisch in den Instituten präsent sind. Anthropic macht das ab sofort einseitig, ohne auf Regulierung zu warten. Die Prüfer dürfen ihre Ergebnisse unabhängig veröffentlichen. 2. Gemeinsame Standards. Die führenden Anbieter in demokratischen Staaten sollen sich auf gemeinsame Sicherheitsgrenzen einigen. Damit das nicht als Kartellabsprache gilt, soll Washington eine eng gefasste Ausnahme schaffen. 3. Reden mit allen. Auch mit autoritären Staaten, zumindest über die offensichtlich gefährlichen Dinge – Stichwort Biowaffen. Dazu Exportkontrollen für Hochleistungschips. Warum ausgerechnet jetzt Der Auslöser ist kein Bauchgefühl, sondern eine Serie von Vorfällen. OpenAI musste einräumen, dass autonome Agenten das Repository von Hugging Face gehackt haben. Ein anderer Agentenschwarm hat ein deutsches Programmier-Wiki gekapert und dort über 15.000 Änderungen abgesetzt, die niemand bestellt hatte. Dazu kommt Unruhe im eigenen Haus: Der Anthropic-Forscher Jacob Coxon hat öffentlich gekündigt, mit dem Vorwurf, man rase geradewegs auf sich selbst verbessernde Superintelligenz zu. Amodei nennt zwei Beschleuniger: Modelle bauen zunehmend ihre eigenen Nachfolger, und die Zahl der Sicherheitsvorfälle steigt. Sein Zeitfenster für die kritische Phase: sechs bis zwölf Monate.
Der Mann, der die KI baut, will jetzt bremsen
4 likes • 20d
@Jürgen Somorjai Ich stimme dir zu, dass die freiwillige Vereinbarung der wichtigsten Firmen der zunächst beste, weil schnellste, Weg ist. Begleitet werden müsste er von einer Kontrolle durch gesetzliche Maßnahmen, die bei Nichtbeachtung zu hohen Strafzahlungen führen. Denn ausbleibender finanzieller Erfolg ist das was die großen Player am meisten fürchten.
Eine KI hat das Medikament entworfen – im Patent steht sie nicht
Kurze Geschichte, die zeigt, wo unser Rechtssystem gerade an der KI vorbeiläuft. Das Biotech-Unternehmen Insilico Medicine hat mit generativen KI-Modellen einen Wirkstoff gegen idiopathische Lungenfibrose entwickelt: Rentosertib, ein sogenannter TNIK-Inhibitor. Die KI hat nicht nur beim Sortieren geholfen – sie hat das Zielprotein vorgeschlagen und die Moleküle entworfen. Und das ziemlich schnell: Vom Ziel bis zum fertigen Wirkstoffkandidaten vergingen 12 bis 18 Monate. Klassisch dauert dieser Schritt zweieinhalb bis vier Jahre. Und es funktioniert offenbar. In der Phase-IIa-Studie mit 71 Patientinnen und Patienten legte die Lungenfunktion nach zwölf Wochen bei der höchsten Dosis um 98,4 Milliliter zu – während sie in der Placebo-Gruppe um 20,3 Milliliter absackte. Veröffentlicht in „Nature Medicine". Phase III läuft. Der Haken steckt im Patentantrag Insilico beschreibt die eigene KI-Plattform öffentlich als diejenige, die das Molekül „entdeckt" hat. Im Patent stehen als Erfinder: fünf Menschen. Von der KI kein Wort. Das ist kein Betrug, sondern schlicht die Rechtslage. In den USA können nur natürliche Personen Erfinder sein – seit dem Urteil Thaler v. Vidal ist das gerichtsfest. Das US-Patentamt hat seine Regeln dazu Ende 2025 sogar noch einmal nachgeschärft: KI-Systeme gelten ausdrücklich als Werkzeug, rechtlich auf einer Stufe mit einem Laborgerät oder einer Datenbank. Ein Mikroskop wird ja auch nicht als Miterfinder eingetragen. Warum das trotzdem knirscht Die Werkzeug-Logik trägt, solange der Mensch die zündende Idee hat und die Maschine nur ausführt. Bei Insilico verschiebt sich das Verhältnis. Der Journalist Antonio Regalado bringt es auf den Punkt: KI-Modelle erzeugen atomare Strukturen für Medikamente inzwischen fast so beiläufig, wie ChatGPT eine Dankeskarte schreibt. Wenn der menschliche Beitrag irgendwann nur noch aus Prompt, Auswahl und Unterschrift besteht – wer ist dann Erfinder? Aktuell: derjenige, der die Formulare unterschreibt. Das ist keine juristische Spitzfindigkeit. Patente sollen Erfindungen belohnen und dadurch neue anstoßen. Wenn unklar wird, wem eine Erfindung gehört, wird auch unklar, wer die Milliarden für Studien vorstreckt.
Eine KI hat das Medikament entworfen – im Patent steht sie nicht
2 likes • Aug 27
Mir kommt spontan der Gedanke ob nicht die Firma, die das Modell zur Verfügung stellt, nicht auch versuchen wird einen größeren Anteil am späteren ökonomischen Erfolg zu erhalten. Im amerikanischen Rechtssystem halte ich solche Entwicklungen für möglich.
ChatGPT zeigt jetzt Werbung – so wirst du sie wieder los, ohne zu zahlen
Seit Montag ist es auch bei uns so weit: Wer ChatGPT gratis nutzt oder den günstigen Go-Tarif hat, sieht Werbung. Direkt unter der Antwort, gekennzeichnet als „Sponsored". Plus, Pro, Business und Enterprise bleiben werbefrei – wer zahlt, bleibt verschont. Was die wenigsten wissen: Du kannst die Anzeigen auch ohne Abo loswerden. Kostenlos. OpenAI versteckt die Option in den Einstellungen. So schaltest du die Werbung ab: 1. In ChatGPT die Einstellungen öffnen 2. Auf „Werbeeinstellungen" tippen 3. „Nachrichtenlimits verringern" auswählen Der Haken steckt schon im Namen des Schalters. Werbefrei bekommst du nur gegen eine abgespeckte Version: - deutlich weniger Nachrichten pro Tag, du läufst also schneller ins Limit - keine Bildgenerierung - kein Deep Research Heißt im Klartext: Du zahlst weiterhin nicht mit Geld, sondern mit Funktionen. Oder mit deiner Aufmerksamkeit. Eine dritte Option gibt es nicht. Meine Einschätzung: Der Schritt war absehbar, trotzdem ist er ein Einschnitt. Bisher hast du ChatGPT eine Frage gestellt und eine Antwort bekommen. Ab jetzt sitzt darunter jemand, der etwas verkaufen will. Noch ist die Werbung sauber getrennt und als Anzeige markiert – die spannende Frage ist, wie lange diese Trennlinie hält. Wenn Werbung eines Tages in die Antwort selbst rutscht, wird es unangenehm, weil du es nicht mehr siehst. Eine gute Nachricht gibt es: Personalisierte Anzeigen sind in Europa und der Schweiz vorerst nicht dabei. Die Werbung richtet sich hier nach dem Thema deiner Frage, nicht nach deinem Profil. Dafür sorgt die europäische Regulierung – ausnahmsweise mal spürbar zu unseren Gunsten. Wer ChatGPT vor allem für Texte, Ideen und Erklärungen nutzt, fährt mit der werbefreien Sparvariante gut. Wer Bilder erzeugt oder recherchiert, wird sie nach zwei Tagen wieder abschalten. Wie hältst du es? Werbung akzeptieren und vollen Funktionsumfang behalten – oder lieber werbefrei mit angezogener Handbremse? Schreib es in die Kommentare.
ChatGPT zeigt jetzt Werbung – so wirst du sie wieder los, ohne zu zahlen
6 likes • Aug 26
Wie so oft im Leben kommt es auf die Art der Nutzung des Dienstes an. Wer ChatGPT als Google Ersatz nutzt wird mit Werbung leben müssen. Wer mit den von dir geschilderten Einschränkungen leben kann hat mit wenigen Klicks die Chance zumindestens vorerst ohne Werbung arbeiten zu können. Alle andere müssen je nach Nutzung für sich selbst entscheiden ob sie nicht zu den hochpreisigen Angeboten wechseln.
Ab Montag zeigt dir ChatGPT Werbung – was du wissen solltest
Kurze Vorwarnung, damit du am Montag nicht überrascht guckst: OpenAI schaltet ab dem 24. August Werbung in ChatGPT frei. In 31 europäischen Märkten, Deutschland, Österreich und Schweiz mittendrin. Wen es betrifft Alle, die die Gratis-Version nutzen. Und alle im Go-Tarif für knapp sieben Euro – der kostet also Geld und ist trotzdem nicht werbefrei. Wer Plus, Pro, Business oder Enterprise hat, sieht nichts. Wie es aussieht Die Anzeige steht unter der Antwort, getrennt durch eine graue Linie, gekennzeichnet als gesponsert. OpenAI sagt zu, dass Werbekunden die Antworten selbst nicht beeinflussen. Der Punkt, der für dich wirklich zählt Personalisierte Werbung ist bei uns erst mal aus. Ohne deine ausdrückliche Zustimmung wird nur das laufende Gespräch ausgewertet, dazu Sprache, grober Standort und Gerätetyp. Deine alten Chats und gespeicherten Erinnerungen bleiben außen vor. Das ist der EU-Sonderweg – in den USA läuft es umgekehrt, dort ist alles an, bis man widerspricht. Heißt für dich: Schau am Montag in die Einstellungen und lass die Personalisierung aus, solange du keinen Grund hast, sie einzuschalten. Einmal zugestimmt, wandert dein gesamter Chatverlauf in die Anzeigenauswahl. Meine Einordnung Rund 900 Millionen Menschen nutzen ChatGPT wöchentlich, etwa fünf Prozent zahlen dafür. Kostenlos war das nie – die Rechnung lag nur noch nicht auf dem Tisch. Insofern: nachvollziehbar. Nur wird Werbung diese Rechnung nicht bezahlen. OpenAI hat Investoren 100 Milliarden Dollar für 2030 versprochen, Marktforscher taxieren den gesamten Chatbot-Werbemarkt auf gut fünf. Wenn diese Lücke sichtbar wird, wächst der Druck. Und dann ist die Frage, ob die Werbung unter der Antwort bleibt – oder in sie hineinwandert. Deshalb: Achte darauf, wo sie steht. Solange sie unter der grauen Linie bleibt, ist alles in Ordnung. Und jetzt du: Nutzt du ChatGPT kostenlos oder im Go-Tarif? Und wenn ja – reicht dir das noch, oder ist die Werbung für dich der Punkt, an dem du wechselst oder aufrüstest? Schreib es in die Kommentare, mich interessiert das Stimmungsbild hier ehrlich.
Ab Montag zeigt dir ChatGPT Werbung – was du wissen solltest
4 likes • Aug 19
Hält die Werbung auch Einzug in LM Studio?
0 likes • Aug 21
@Tobias Jarzombek-Guth Angesichts der weit verbreiteten "Geiz ist geil Mentalität" bin ich nicht sehr zuversichtlich anzunehmen, dass wir die Nutzer zu einem so differenzierten Verhalten bewegen können. Hohe Preise schrecken ab, der Rest wird weiterhin geduldig Werbung ertragen. Genauso wie beim Privatfernsehen.
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Rainer Doering
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@rainer-doering-4373
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Duisburg
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