So zeigt sich PDA bei mir
Ich glaube, dass viele Familien in schwierigen Situation stecken, weil Elternteile ebenfalls neurodivergent/PDA sind. Darum ist es besonders wichtig, mindestens genauso viel Fokus auf sich selbst zu legen, als auf die Herausforderungen von und mit den eigenen Kindern. Ich unterscheide bei PDA zwischen der zugrundeliegenden Neurodivergenz (in meinem Fall AuDHS & Höherbegabung) und PDA (dem Autonomiedrang & der Vermeidung). *** Aufgrund meiner Neurodivergenz ergeben sich bestimmte Fähigkeiten, Bedürfnisse und Werte, die ich gemeinsam mit meiner Persönlichkeit als meine Identität betrachte. Dazu kommen noch Traumata und mein individuelles Nervensystem. Mein Autonomiedrang unterstützt mich dabei, meine Identität ausleben zu können und die für mich größtmögliche innere Sicherheit herzustellen - bei einem Nervensystem, das sehr sensibel ist und leicht in den Überlebensmodus gerät. Vermeidung entsteht, wenn das nicht möglich ist und es dadurch zu den Überlebensmechanismen Flight, Freeze & Flop kommt - in konkreten Momenten und bei vielen Menschen auch chronisch. Mein Autonomiedrang ist allgegenwärtig. Je mehr ich es schaffe, mir ein authentisches Leben aufzubauen, in dem ich mich in meiner Identität gesehen und wertgeschätzt fühle und im Idealfall sogar erfolgreich sein kann - desto besser geht es mir und mein Nervensystem kommt in die Balance. Wenn das allerdings nicht geschieht, bin ich sehr schnell in einem Ungleichgewicht. **** Eines der Dinge, das großes Trigger-Potenzial für mich hat, ist es, missverstanden zu werden - und dadurch Kritik zu bekommen. Ich reagiere sehr empfindlich auf Kritik (Rejection Sensitivity), was häufig ein Teil von AuDHS ist. Dabei habe ich weniger Probleme mit Kritik, die für mich real ist (ich bemühe mich immer, alle Perspektiven zu verstehen). Wenn beispielsweise jemand kritisiert, dass wir unsere Kinder aus der Schule genommen haben und nun in Thailand leben, dass wir dadurch schlechte Eltern sind und unseren Kindern die Zukunft verbauen - dann ist diese Kritik für mich OK, denn es gibt eben unterschiedliche Wahrnehmungen - und ich stehe hinter unseren Entscheidungen und sehe, wie gut es uns allen damit geht.