MIt den Modulen 1 und 2 habe ich mich beschäftigt und einen Post geschrieben. Bitte sagt mir eure Meinung dazu. Danke. Ich bin aufgewachsen mit einer Streitkultur, die Kritik an der Sache mit Kritik an die Person vermischte. Heute bin ich Mediatorin. Was dazwischen lag: Als Jugendliche und als junge Frau wünschte mir eine dauerhafte Beziehung und viele Freunde, ich wünschte mir Nähe. Doch mein Konfliktverhalten verschreckte ich die Leute. Manche blieben auf Distanz, manche brachen den Kontakt ab. Diese Reaktionen konnte ich verstehen. Im umgekehrten Fall hätte ich mich ebenso verhalten. Ich steckte in der Klemme. Mir war klar, dass ich eine andere Art der Auseinandersetzung brauchte. Aber wie ersetzt man ein Reaktionsmuster, das nichts taugt, aber das einzig verfügbare ist? Also entschied ich mich, das offen anzusprechen. Ich habe mit meinen wichtigsten Bezugspersonen über mein Ziel gesprochen und um Nachsicht und Rückmeldungen bei Auseinandersetzungen gebeten. Ich habe geübt und geübt. Natürlich gab es auch Rückschläge. Aber meine Mühen zahlten sich aus, die Beziehungen vertieften sich. Und was mich völlig überraschte: Nun vertrauten mir auch Kollegen oder Bekannte ihre Sorgen und Nöte an. Ich wurde geradezu ein Kummerkasten! Ich habe Feuer gefangen und mich mit GFK und Kommunikationspsychologie beschäftigt. Und ich wurde Mediatorin. Ich weiß ganz genau, was meine Klienten durchmachen. Ich kenne das Gefühl, nicht zu wissen, wie man etwas anspricht, ohne dass es eskaliert. Man ist gefangen in einem Bermuda-Dreieck aus Wut und Hilflosigkeit und dem Wunsch, ein anderes Reaktionsmuster zu besitzen. Das schwierigste dabei? Den ersten Schritt machen. Ab dann wird's einfacher. Versprochen. Ich weiß das nicht aus dem Lehrbuch. Ich weiß es, weil ich es erlebt habe. Wenn du feststeckst – schreib mir.