Paraguay deckt 99,7 % seines Energiebedarfs aus Wasserkraft.
Am 3.2.2025 wollte man in der ARD dem Fernsehzuschauer weismachen, dass der größte Stromexporteur der Welt auf Wind und Sonne setzt. Davon kann keine Rede sein. Das sind die Fakten: - Paraguay deckt 99,7 % seines Energiebedarfs aus Wasserkraft. - Es exportiert den Großteil des Stroms nach Brasilien und Argentinien. - Der Energieverbrauch im Inland wächst nur langsam, weshalb bisher keine neuen Kraftwerke geplant sind. - Stattdessen werden bestehende Anlagen modernisiert und erweitert. Paraguay verfügt über drei große Wasserkraftwerke: 1. Itaipú-Wasserkraftwerk (Paraguay-Brasilien) - Standort: Am Paraná-Fluss an der Grenze zwischen Paraguay und Brasilien - Leistung: 14.000 MW (20 Turbinen mit je 700 MW) - Betriebsaufnahme: 1984 - Bedeutung: Itaipú ist das größte Wasserkraftwerk der Welt in Bezug auf die jährliche Stromerzeugung, während der Drei-Schluchten-Staudamm in China das größte Potenzial hat, dieses aber nicht ausschöpfen kann. - Besonderheit: Paraguay nutzt nur ca. 13 % der erzeugten Energie, der Rest wird gemäß dem Itaipú-Vertrag an Brasilien verkauft. - Modernisierung: Seit 2023 läuft ein umfangreiches Erneuerungsprogramm, das 14 Jahre dauern soll. 2. Yacyretá-Wasserkraftwerk (Paraguay-Argentinien) - Standort: Am Paraná-Fluss, Grenze zwischen Paraguay und Argentinien - Leistung: 3.200 MW (20 Turbinen mit je 160 MW) - Betriebsaufnahme: 1994 - Bedeutung: Das zweitgrößte Wasserkraftwerk Paraguays, dessen Energie größtenteils nach Argentinien exportiert wird. - Erweiterung: Das Kraftwerk wurde um ein zusätzliches Aña Cuá-Wasserkraftwerk erweitert, das 2024 fertiggestellt werden sollte und weitere 270 MW liefern soll. Das Aña-Cuá-Wasserkraftwerk, eine Erweiterung des Yacyretá-Komplexes, befindet sich derzeit noch im Bau. Die Inbetriebnahme wird nun für Ende 2025 erwartet. Das Projekt umfasst die Installation von drei Kaplan-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 270 MW, was die Kapazität des Yacyretá-Komplexes um etwa 9 % erhöhen wird. Die Fertigstellung des Aña-Cuá-Projekts wird einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung sowohl für Paraguay als auch für Argentinien leisten.