Natürlich darfst du fragen. Belastend ist halt immer diese Angst. Ich bin halt irgendwie in die Rolle seines Anker gerutscht. Bedeutet solange ich daheim bin, Frühschicht habe und Nachmittags und Abends zuhause bin, ist alles okay. Wenn wir zusammen zu Freunden gehen kann er ganz entspannt und voller Stolz Nein zu Alkohol sagen. Er sagt selbst das er dann weder Druck, noch Verlangen verspürt wenn ich da bin. Dann arbeite ich aber im Handel und habe auch Spätschichten. Da war es noch vor kurzem so, dass immer wenn ich Heim kam er 1,8 im Turm hatte. Da sind auch einige schlimme Dinge passiert wo er einfach Grenzen überschritten hat. Deswegen ist halt immer diese Angst da. Das ist was mich am meisten belastet. Seit gut 4 Monaten funktioniert es ganz gut. Er hat es gut im Griff und es scheint als wären wir wirklich dort angekommen aber diese Angst bleibt irgendwie trotzdem da. Er war halt schon mal dort. Ein dreiviertel Jahr ohne Alkohol und auf einmal aus dem nix wieder da und wieder von vorn angefangen. Wenn man mit einen Alkoholiker zusammen ist, dann rutscht man automatisch irgendwie in diese Co. Abhängigkeit. Man schützt Ihn. Man versteckt es. Man redet nicht darüber und versucht irgendwie den Partner wach zu rütteln. Man will den Äußerlichen Schein wahren, dass man in einer Guten Beziehung ist und innerlich hat man einfach nur Angst und Panik dagegen Machtlos zu sein. Weil am Ende muss es der Betroffene selbst erkennen und dann auch handeln. Am Ende muss der Betroffene Anfangen selbst es anzugehen. Als daneben Stehende kann man vielleicht viel reden und erklären aber das Handeln muss von den Anderen kommen. Und ja das ist wirklich belastend.