„Große Sprachmodelle sind in der Lage, Tests zur emotionalen Intelligenz zu lösen und zu erstellen/ 23.05.2025. Ist künstliche Intelligenz (KI) in der Lage, in emotional aufgeladenen Situationen angemessenes Verhalten vorzuschlagen? Ein Team der Universität Genf (UNIGE) und der Universität Bern (UniBE) hat sechs generative KI – darunter ChatGPT – mit Hilfe von Tests zur emotionalen Intelligenz (EI) getestet, die normalerweise für Menschen entwickelt werden. Das Ergebnis: Diese KI übertraf die durchschnittliche menschliche Leistung und war sogar in der Lage, neue Tests in Rekordzeit zu erstellen. Diese Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für KI in den Bereichen Bildung, Coaching und Konfliktmanagement. Die Studie wurde in Communications Psychology veröffentlicht. Large Language Models Large Language Models (LLM, Große Sprachmodelle) sind Systeme der künstlichen Intelligenz (KI), die menschliche Sprache verarbeiten, interpretieren und generieren können. Die generative KI ChatGPT zum Beispiel basiert auf dieser Art von Modellen. LLM können Fragen beantworten und komplexe Probleme lösen. Aber können sie auch emotional intelligentes Verhalten vorschlagen? Diese Ergebnisse ebnen laut den Autoren den Weg für den Einsatz von KI in Kontexten, die bisher dem Menschen vorbehalten waren. Emotional aufgeladene Szenarien Um das herauszufinden, unterzog ein Team von UniBE, Institut für Psychologie, und UNIGE’s Swiss Center for Affective Sciences (CISA) sechs LLM (ChatGPT-4, ChatGPT-o1, Gemini 1.5 Flash, Copilot 365, Claude 3.5 Haiku und DeepSeek V3) emotionalen Intelligenztests. Die Wissenschaftler wählten fünf Tests aus, die sowohl in der Forschung als auch in Unternehmen häufig eingesetzt werden. Sie beinhalteten emotionsgeladene Szenarien, mit denen die Fähigkeit, Emotionen zu verstehen, zu regulieren und zu managen, bewertet werden sollte“, sagt Studienautorin Katja Schlegel. Ein Beispiel: Einer von Michaels Kollegen hat seine Idee gestohlen und wird zu Unrecht beglückwünscht. Was wäre Michaels effektivste Reaktion?