Danke für den HD-Call heute. Was ich aus dem Call heute mitnehme... Was, wenn wir offene Zentren begrenzt betrachten? Was wäre, wenn sie Orte sind, an denen wir berührbar sind. Im Human Design schauen wir auf offene Zentren manchmal wie auf eine Baustelle: - Hier wirst du konditioniert. - Hier ist dein Nicht-Selbst. - Hier verlierst du Energie. - Hier musst du achtsam sein. Der Blick geht sofort zur Verletzlichkeit. Aber was, wenn das nur die halbe Wahrheit ist? Verletzlichkeit ist auch verbunden mit Berührbarkeit. Eine geschlossene Hand wird im Innen scheinbar nicht verletzt. Jedoch kann sie auch nichts empfangen. Ein offenes Zentrum ist vielleicht wie eine offene Hand. Ja, sie kann sich verbrennen. Aber sie kann auch einen Schmetterling landen lassen. Und plötzlich verändert sich alles. Dann ist deine offene Milz nicht mehr das Zentrum, "in dem du Ängste aufnimmst." sondern der Ort, an dem das Leben dich körperlich berührt. Dein offenes G ist nicht mehr dein "Identitätsproblem." sondern der Ort, an dem dir immer neue Gesichter und Formen des Menschseins begegnen. Das offene Sakral ist nicht nur "Energieproblem." sondern die Fähigkeit, die Lebendigkeit anderer unmittelbar zu erleben. Das offene Herz ist nicht mehr nur ein "Selbstwertthema." sondern die Fähigkeit, den menschlichen Kampf um Wert wirklich zu fühlen. Das ist für mich grad nicht eine positivere Interpretation. Es ist eine andere Ontologie. Wenn Konditionierung gar nicht die eigentliche Funktion offener Zentren ist. Sondern nur das, was passiert, wenn wir unsere Berührbarkeit missverstehen. Dann wäre Konditionierung nicht die Bestimmung. Und Dekonditionierung nicht das Ziel? Sondern nur eine Art... Nebenwirkung. Fast so, als würde jemand sagen: "Das Auge ist dafür da, geblendet zu werden." Nein. Das Auge ist dafür da, zu sehen. Dass es geblendet werden kann, ist nicht seine Funktion. Es ist seine Verwundbarkeit. Vielleicht gilt das auch für offene Zentren. Sie sind nicht dazu da, konditioniert zu werden.