Am 15. August 1971 verkündete Richard Nixon, die Einlösbarkeit des US-Dollars in Gold „vorübergehend“ auszusetzen.
55 Jahre später wissen wir: Dieses „vorübergehend“ war eine Zeitenwende.
Aber die Geschichte wird häufig zu einfach erzählt.
Bretton Woods endete nicht 1971.
1971 wurde das Goldfenster geschlossen. Danach versuchte man noch fast zwei Jahre, das System zu retten. Das Smithsonian Agreement scheiterte, der Dollar wurde erneut abgewertet – und erst 1973 zerbrach das System fester Wechselkurse faktisch endgültig.
Warum ist das heute noch wichtig?
Weil damals etwas Fundamentales verändert wurde:
Wir haben nicht einfach Gold durch Papier ersetzt. Wir haben einen physischen Begrenzungsmechanismus durch einen institutionellen Begrenzungsmechanismus ersetzt.
Genau diesen Übergang untersuchen wir auch in unserer Studie zum modernen Währungs- und Finanzsystem.
Das heutige Geld braucht keinen Goldanker mehr. Es braucht Zentralbanken, Geschäftsbanken, Staatsanleihen, Regeln, funktionierende Institutionen – und vor allem Vertrauen.
Das macht unser System enorm flexibel. Aber Flexibilität hat ihren Preis: Wenn die äußere Begrenzung verschwindet, muss sich das System selbst begrenzen.
Und damit kommen wir zu einer Frage, die ich gerne mit euch diskutieren möchte:
Was ist langfristig robuster: eine physische Begrenzung durch Knappheit – oder eine institutionelle Begrenzung durch Regeln und Vertrauen?
Und genau hier wird Gold für mich interessant.
Nicht als Prognose auf den Weltuntergang.
Sondern als Möglichkeit, mein Vermögen nicht vollständig davon abhängig zu machen, dass sämtliche Versprechen der Zukunft eingehalten werden.
🎬 Das neue Video findet ihr jetzt auf YouTube.
Schreibt mir eure Meinung: War 1971/73 ein Fortschritt für unser Geldsystem – oder haben wir damals eine wichtige Begrenzung aufgegeben?