Die Welt verändert sich gerade schneller, als viele wahrhaben wollen
Neue Konflikte. Politische Spannungen. Und gleichzeitig hört man aus der Politik Stimmen, dass Auswanderung künftig schwieriger werden soll. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, Regeln in diese Richtung zu verschärfen.
Für Familien, die mit dem Gedanken spielen, einen anderen Bildungsweg zu gehen, entsteht dadurch eine wichtige Frage:
Bleibe ich aus Angst in der vermeintlichen Sicherheit?
Oder nehme ich genau diesen Moment als Anstoß, meinen Weg wirklich zu gehen?
Viele Familien warten Jahre.
Auf den perfekten Zeitpunkt.
Auf mehr Geld.
Auf mehr Planungssicherheit.
Der perfekte Moment kommt selten.
Bei uns kam er definitiv nicht.
Als wir unsere Reise als Familie begonnen haben, war nichts perfekt vorbereitet. Wir hatten kaum finanzielle Rücklagen. Und ausgerechnet am Tag unseres Abflugs waren wir alle krank. Wir haben unseren Flug verpasst, der eigentlich der Beginn unserer Weltreise sein sollte.
Typisch italienisch hatte ich natürlich keine Versicherung abgeschlossen. Das Geld für die Tickets war einfach weg.
Da standen wir also. Mit sechs Kindern. Ohne Plan B.
Ein paar Tage später, als wir wieder halbwegs gesund waren, sind wir einfach zum Bahnhof in Dresden gegangen. Mit all unseren Rucksäcken. Sechs Kinder dabei, darunter unsere Zwillinge, gerade ein Jahr alt.
Ich bin zum Schalter gegangen und habe einfach gefragt:
Welcher ist der erste Zug, der nach Süden fährt?
Der Mitarbeiter nannte mir eine Verbindung.
Ich habe die Tickets gekauft.
Vier Minuten später saßen wir im Zug Richtung München.
Und genau so begann unsere Reise.
Nicht perfekt geplant.
Aber voller Vertrauen.
Und genau da habe ich etwas gelernt, das ich bis heute immer wieder erlebe:
Wenn du wirklich losgehst und Vertrauen hast, tauchen plötzlich die richtigen Menschen auf. Die richtigen Orte. Und oft auch genau die Möglichkeiten, die du gerade brauchst, um weiterzugehen.
Der Weg entsteht oft erst, wenn man ihn wirklich geht.
Wenn ihr als Familie darüber nachdenkt, einen Weg abseits des klassischen Schulsystems zu gehen, braucht ihr vor allem Klarheit und einen Plan.
Hier eine einfache 3 Schritte Orientierung, die vielen Familien hilft.
1. Nicht nur wissen, wovon du weg willst, sondern wohin du willst
Viele Familien starten aus Frust.
Schule passt nicht.
Das System fühlt sich falsch an.
Das Kind leidet.
Das kann ein wichtiger Auslöser sein. Aber allein reicht es nicht.
Du brauchst nicht nur zu wissen, wovon du wegrennen willst.
Du solltest dir auch ehrlich die Frage stellen:
Wie soll das Leben unserer Familie aussehen?
Wie lernen unsere Kinder?
Wie gestalten wir unseren Alltag?
Welche Werte tragen uns?
Ohne dieses Zielbild wird jeder Gegenwind euch schnell wieder zurückziehen.
2. Abmeldung in Deutschland
Der erste organisatorische Schritt ist die Abmeldung des Wohnsitzes in Deutschland.
Das läuft in der Regel über das Einwohnermeldeamt.
Wichtig zu verstehen:
Die Abmeldung bedeutet nicht automatisch, dass ihr sofort in ein anderes Land ziehen müsst.
Viele Familien melden sich ab und gehen zunächst auf Reise.
Ein entscheidender Punkt:
Solange ihr offiziell in Deutschland gemeldet seid, gilt weiterhin die Schulpflicht.
Es gibt allerdings regionale Besonderheiten, zum Beispiel in Bayern und Mecklenburg Vorpommern. Wenn euch das betrifft, fragt gern in den Kommentaren nach, dann kann ich dazu genauer etwas sagen.
3. Den neuen Lebensrahmen wählen
Nach der Abmeldung entscheiden sich Familien meist für einen von zwei Wegen.
Weg 1: Reisen als Familie
Viele starten mit einer Reisephase. Einige Monate oder mehrere Jahre.
Das Leben selbst wird zum Lernraum.
Sprachen
Begegnungen
Natur
Handwerk
Kultur
Kinder lernen in dieser Zeit oft mehr über die Welt als in vielen Schuljahren.
Weg 2: Auswanderung in ein Land mit freierem Bildungssystem
Viele europäische Länder erlauben Homeschooling oder Freilernen.
Zum Beispiel:
Portugal
Homeschooling ist legal und relativ klar geregelt.
Irland
Sehr homeschoolingfreundlich mit staatlicher Registrierung.
Dänemark
Privatunterricht durch Eltern ist erlaubt.
Finnland
Eltern dürfen Bildung eigenständig organisieren.
Jedes Land hat eigene Regeln. Aber im Vergleich zu Deutschland gibt es deutlich mehr Freiheit.
Mein persönlicher Blick:
Die aktuelle Weltlage kann Angst machen.
Oder sie kann ein Weckruf sein.
Nicht alles auf später zu verschieben.
Sondern das eigene Leben bewusst zu gestalten.
Der Weg abseits des klassischen Schulsystems ist nicht der einfachste.
Aber für viele Familien ist er einer der lebendigsten.
Und manchmal beginnt er genau dann, wenn der ursprüngliche Plan gerade komplett gescheitert ist.
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Michele Coscia
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Die Welt verändert sich gerade schneller, als viele wahrhaben wollen
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