@Loni Hoffmann Liebe Loni, dass die meisten Blätter inzwischen wieder sattgrün geworden sind, ist ein sehr gutes Zeichen. Das spricht eher für ein vorübergehendes Wurzel- und Nährstoffaufnahmeproblem als für eine Krankheit. Die Sonnenerde hat wahrscheinlich frische Nährstoffe, Humus und Bodenleben eingebracht. Wurzelgold und der fermentierte Ackerschachtelhalm können zusätzlich die Wurzelaktivität und das mikrobielle Milieu unterstützt haben. Gegen kalkhaltiges Leitungswasser wirken die Mikroorganismen allerdings nur indirekt. Sie können die Nährstoffmobilisierung verbessern und organische Säuren bilden, entfernen aber die Härtebildner und Hydrogencarbonate nicht dauerhaft aus dem Wasser. Diese können sich im Topf weiterhin anreichern und das Substrat mit der Zeit alkalischer machen. Ein leichtes Ansäuern des Gießwassers mit Zitronensäure halte ich daher auch beim Zwetschgenbaum für sinnvoll. Dabei würde ich nicht nach einer pauschalen Zitronensäuremenge arbeiten, sondern das fertig gemischte Wasser auf ungefähr pH 6,0 bis 6,5 einstellen. 10 ltr Leitungswasser nehmen, so lange Zitronensäure zusetzen bis Zielwert von zB 6,5 erreicht ist, einige Minuten Zeit lassen, das der chemische Prozess wirken kann. Der gemessene Wasser-pH von 7,5 allein sagt noch wenig aus; wichtiger wäre die Karbonathärte beziehungsweise der Hydrogencarbonatgehalt eures Leitungswassers. Zusätzlich würde ich den Baum in der Ruhezeit einmal aus dem Topf ziehen und den Wurzelballen kontrollieren. Bei alter Erde kann der Ballen stark verdichtet oder vollständig durchwurzelt sein. Dann wäre ein Umtopfen in ein strukturstabiles, luftiges Substrat die nachhaltigste Maßnahme. Bis dahin gelegentlich so gründlich gießen, dass reichlich Wasser unten austritt, damit angesammelte Düngesalze ausgewaschen werden. Da die Blätter jetzt wieder grün sind, würde ich vorläufig weder zusätzliches Bittersalz noch einen starken Dünger geben. Nochmals wichtig darauf zu achten, das bei schwarzen Kunststoff Töpfen eine Isolierung gegen Hitze im Wurzelraum hilft.