Ich glaube, Perfektionismus ist so ein stiller Begleiter beim Nähen. Man trennt auf, weil die Naht einen halben Millimeter schief ist. Man fängt neu an, obwohl es kaum jemand merken würde. Man zeigt nichts, solange es nicht fertig ist. Und manchmal zeigt man es auch fertig nicht – weil man das eine Detail sieht, das noch nicht ganz stimmt. Kennt ihr das? Ich kenne das sehr gut. Und ich muss ehrlich sagen – manchmal stört es mich an mir selbst. :-) Und doch… je länger ich nähe, desto mehr erlebe ich es: die schönsten Stücke sind selten beim ersten Anlauf entstanden. Irgendetwas ist immer schiefgegangen, irgendetwas wurde aufgetrennt, irgendwann hat man einfach entschieden, es so zu lassen. Und genau da fängt das Beglückende an – man lernt, man wächst, man wird freier. Was ich in all den Jahren bei meinen Workshops und Nähreisen immer wieder erleben darf: sobald alle ehrlich sind, sobald eine zeigt was nicht funktioniert hat, fällt dieser Druck aus der Gruppe. Auf einmal traut sich die nächste. Und dann die übernächste. Das finde ich so wunderbar an unserem kleinen Miteinander hier. Ich freue mich auf eure Gedanken dazu! Herzliche Grüsse, Amba